Home | Luther-Bibel 1545


Luther-Bibel 1545 - Altes Testament - Seite

1, 2, 3, 4, 5


Vnd das weib schawet an / das von dem Bawm gut zu essen were / vnd lieblich anzusehen / das ein lüstiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd aß (1) / vnd gab jrem Man auch da von / vnd er aß (1). Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das sie ncket waren / Vnd flochten Feigenbletter zusamen / vnd machten jnen Schürtze.

Vnd sie höreten die stimme Gottes des HERRN / der im Garten gieng / da der Tag küle worden war. Vnd Adam versteckt sich mit seinem Weibe / fur dem angesicht Gottes des HERRN unter die bewme im Garten. Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd sprach zu jm / Wo bistu? Vnd er sprach / Ich hörete deine stimme im garten vnd fürchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verstecket ich mich. Vnd er sprach / wer hat dirs gesagt / das du nacket bist? Hastu nicht gessen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du solest nicht da von essen? Da sprach Adam / Das Weib / das du mir zugestellet hast / gab mir von dem bawm und ich aß (1) / Da sprach Gott der HERR zum Weibe / warumb hastu das gethan? Das Weib sprach / Die Schlang betrog mich also / das ich aß (1).

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange / Weil du solches gethan hast / Seistu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch soltu gehen / vnd erden effen dein leben lang / Vnd Jch wil Feindschafft setzen zwischen Dir vnd dem Weibe / vnd zwischen deinem Samen vnd jrem Samen / Der selb sol dir den Kopff zutreten (2) / Vnd du wirst Jn in die Verschen stechen.

Vnd zu Adam sprach er / Die weil du hast gehorcht der stimme deines Weibes / Vnd gessen vom dem Bawm da von ich dir gebot / vnd sprach / Du solt nicht da von essen / Verflucht sey der Acker vmb deinen willen / mit kummer soltu dich drauff neeren dein Leben lang. Jm schweis deines Angesichts soltu dein Brod essen / Bis das du wider zu Erden werdest / da von du genomen bist / Denn du bist Erden / vnd solt zu Erden werden.

Vnd Adam hies sein Weib Heua / darumb / das sie eine Mutter ist aller Lebendigen. Vnd Gott der HERR machet Adam vnd seinem weibe Röcke von Fellen / vnd zog sie an.

Vnd Gott der HERR sprach / Sihe / Adam ist worden als vnser einer / vnd weis was gut vnd böse ist / Nu aber / das er nicht ausstrecke seine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd esse vnd lebe ewiglich.

Da lies jn Gott der HERR aus dem garten Eden / das er das Feld bawet / da von er genomen ist / Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem blossen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.

 

IIII.

Vnd Adam erkandte sein Weib Heva / vnd sie ward schwanger vnd gebar den Kain / vnd sprach. Jch hab (f) den Man des HERRN. Vnd sie fur fort / vnd gebar Habel seinen Bruder / Vnd Havel ward ein Schefer / Kain aber ward ein Ackerman.

Es begab sich aber nach etlichen tagen / das Kain dem HERRN Opffer bracht von den Früchten des feldes / Vnd Habel bracht auch von den Erstlingen seiner Herde vnd von irem fetten / Vnd der HERR sahe gne-

diglich

 

(f) Ey Gott sey gelobt / Da hab ich den HERRN den Man / den Samen / der Satan oder Schlange den Kopff zutretten sol / Der wirds thun.

----

(1) aß - es gab zwar noch kein ß im heutigen Sinne, aber Luther schreibt "ass" mit langen und Schluß-s, nicht mit zwei langen ss wie zum Beispiel "grosse"; deshalb schreib ich "aß", nicht "ass".

(2) Änderung durch mich: "zntretten" zu "zutretten".

 

[nach oben]