Vnd Gott der HERRE nam den menschen vnd satzt jn jnn den garten Eden / das er jn bawet vnd bewaret / Vnd Gott der HERRE gebot dem menschen / vnd sprach / Du solt essen von allerley bewme im garten / Aber von dem bawm des erkenntnis guttes vnd böses soltu nicht essen / denn welchstages du davon issest / wirstu des tobs sterben.
Vnd Gott der HERRE sprach / Es ist nicht gut / das der mensch allein sey / Jch wil jm ein gehülffen machen / die sich zu jm halte/ Denn als Gott der HERRE gemacht hatte von der erden allerley thier auff dem Felde / vnd allerley vogel vnter dem himel / bracht er sie zu dem menschen / das er sehe / wie er sie nennet / Denn wie der mensch allerley lebendige thier nennen würde / so solten sie heissen / Vnd der mensch gab einem jglichen viech / vnd vogel vnter dem himel / vnd thier auff dem felde / seinen namen / Aber der menschen fand kein gehülffen funden die sich zu jm hielte.
Da lies Gott der HERRE einen tieffen schlaff fallen auff den menschen / vnd er entschlieff / Vnd nam seiner rieben eine / vnd schlos die stet zu mit fleisch / Vnd Gott der HERRE bawet ein weib aus der riebe / die er von dem menschen nam / vnd bracht sie zu jm / Da sprach der mensch / das ist doch bein von meinen beinen vnd fleisch von meinem fleisch / man wird sie Mennin heissen / darumb / das sie vom manne genomen ist / darumb / wird ein man seinen vater vnd (1) seine mutter verlassen / vnd an seinem Weibe hangen / vnd sie werden sein ein fleisch / Vnd sie waren beide nacket / der mensch vnd sein weib / vnd schemeten sich nicht.
Vnd die schlange war listiger denn alle thier auff dem felde / die Gott der HERRE gemacht hatte / vnd sprach zu dem weibe / Ja / solt Gott gesagt haben / jr solt nicht essen von allerley bewme im garten? Da sprach das weib zu der schlangen / wir essen von den früchten der bewme im garten / aber von den früchten des bawms mitten im garten hat Gott gesagt / Esset nicht da von / rürets auch nicht an / das jr nicht sterbet.
Da sprach die Schlange zum weibe / Jr werdet mit nicht des tods sterben / Sondern Gott weis / das / welchs tags jr dauon esset / so werden ewre augen auffgethan / vnd werdet sein wie Gott / vnd wissen was gut vnd böse ist / Vnd das weib schawet an / das von dem bawm gut zu essen were / vnd lieblich anzusehen / das ein lüstiger bawm were / weil er klug mechte / vnd brach die frucht / vnd aß (2) / vnd gab jrem man auch dauon / Vnd er aß (2) / Da wurden jr beider augen auffgethan / vnd wurden gewar / das sie nacket waren / vnd flochten feigen bletter zu samen / vnd machten jnen schürtze.
Vnd sie höreten die stim Gottes des HERRN im Garten gehen / da der tag kuel worden war / Vnd Adam versteckt sich mit seinem weibe / fur dem angesicht Gottes des HERRN vnter die bewme im Garten / Vnd Gott der HERR rieff Adam vnd sprach zu jm / Wo bistu? Vnd er sprach / Jch hörete deine stim im garten vnd fürchte mich / denn ich bin nacket / darumb verstecket ich mich / Vnd er sprach / wer hat dirs gesagt / das du nacket bist? hastu nicht gessen von dem
(1) aus "vn", n mit Überstrich, wird "vnd".
(2) aß - es gab zwar noch kein ß im heutigen Sinne, aber Luther schreibt "ass" mit langen und Schluß-s, nicht mit zwei langen ss wie zum Beispiel "grosse"; deshalb schreib ich "aß", nicht "ass".