Tagebuch


Tagebuch - November 2005

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Dienstag, 1. November 2005

[01.11.05, di, 11:59]

Nun habe auch ich ALDI in meiner Nähe.

Heute hat ALDI ein Geschäft in der Zeppelinstraße (in der Nähe Luftschiffhafen) eröffnet.

Damit kann ich in einem kleinen Umkreis bei REWE, LIDL und AlDI einkaufen.

 

[16:03]

Eben noch konnte ich CHER nicht mehr hören, weil sich mein CD-Player durch Kamikaze verabschiedet hat.

Jetzt liegt die CD schon in meinem neuen CD-MP3-Player, und ich singe wieder wie Cher's wildester Fan lauter als sie.

Danke an ebay und PayPal!

 

Daß mein CD-Player, bevor ich ihn kamikazete, nicht kaputt war, sondern nur die Kabel zu den Boxen einen Wackelkontakt hatten, erwähne ich nur, um die Stärke meiner Wildheit zu dokumentieren.

Und mein "wachsames Auge". Denn als Cher und ihre Musik wieder "stotterten" entschärfte ich meinen neuen CD-Player nicht auch noch, sondern nutze die neuen, mitgelieferten Kabel.

Gleichzeitige veränderte ich die gesamte Installation, so daß ... das wird jetzt zu technisch.

 

Na ja, vor dem Neuen muß erst das Alte weichen.

 

Jetzt kann auch ich endlich auch auf CD gebrannte MP3s hören.

 

[17:09]

Und auch wieder meine Musik, umgewandelt in und gespeichtert als MP3, die von der Festplatte meines PCs gelöscht habe, um Platz für Fotos zu schaffen.

Einfach MP3-CD in den Player einlegen, und schon habe ich über 10 Stunden eigene Musik "um die Ohren".

 

[19:35]

Habe eine MP3-CD gebrannt, auf der meine Musik chonologisch angeordnet ist. Es sind 18 Stücke, insgesamt über 10 Stunden lang.

Nachdem ich eben mal wieder meinen Roland XP-80 angeworfen und alle Geräte, die ich zum Aufnehmen brauche, und rund 20 Minuten gespielt hatte, frage ich mich: Wie habe ich jemals solche tolle Musik, die ich jetzt auf MP3-CD hören kann, einspielen können?

Ich weiß es nicht. Nicht einmal eine Ahnung hab ich, wo diese Musik in mir gesehen sein soll.

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Donnerstag, 3. November 2005

[03.11.05, do, 9:27]

Heute bin ich mit dem Gedanken aufgewacht, mich zum Ende des Semestern exmatrikulieren zu lassen, und wenn nicht so ein verregnetes Wetter wäre, würde ich gemütlich zur Uni gehen, um meinen "Rausschmiß" zu vollziehen.

 

[12:40]

Mein neuer MP3-CD-Player funktioniert nicht nur hervorragend bei CHER, sondern auch bei DEEP PURPLE, URIAH HEEP und so ... :-)).

 

[12:50]

Warum ich nun doch (endlich) mein Psychologie-Studium beenden will?

Ich nehme meine Gefühle ernster, und die sagen mir: ich möchte an der Uni kein Wort mehr sprechen, damit ich nicht versucht bin, zu sagen, was ich über den ganzen Laden denke.

Da mich niemand zwingt, weiterhin zu studieren, ist es besser, aufzuhören, als meine Meinung zu verkünden, obwohl sie niemand - berechtigterweise - dort interessiert.

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen: Ich kann nicht weiterhin studieren, ohne einen meiner internen Vermittler bemühen zu müssen. Ich als Kernpersönlichkeit sehe aber nicht mehr ein, meine Seele zu spalten, nur damit ich etwas tue, weil es vernüftig ist.

Ende der Ansage.

 

[13:02]

Es ist mein Leben, mein Glück, für das ich alles tun muß - ein andere tut es nicht.

Und wenn mein Glück bedeutet, nicht mehr mit "Verrückten" zu tun haben zu wollen, dann werde ich den Preis dafür bezahlen, auch wenn ich bis zum letzten Atemzug mit "niederen", wenig bezahlten Arbeiten meinen Lebensunterhalt erwirtschaften muß.

Arbeit ist doch nicht Leben! Jedenfalls nicht für mich.

Ich lerne lieber Dinge, die mich interessieren, als Dinge, die ich brauche, um den Wünschen eines Chefs gerecht zu werden.

 

[13:29]

Davon abgesehen, ist es sehr schwer, jemanden, der seelische Probleme hat, wirklich zu helfen.

Einem TV-Süchtigen zu sagen, "laß es dich einfach sein, schalt die Klotze ab", reicht nicht.

Selbst, wenn es ihm gelingt, wird sich das seelische Problem einen anderen Weg suchen, auf sich aufmerksam zu machen.

Vielleicht wandelt sich die Selbstaggression TV-Sucht in eine äußere (zum Beispiel: Gewalt gegen Partner oder Kinder) oder in einer andere innere (zum Beispiel: Trink- oder Freßsucht).

Nach allem, was ich bisher erlebt habe, bin ich überzeugt: Eine wirkliche seelische Heilung erfolgt nur in sehr wenigen Fällen, meist wird "nur" gelernt, mit den Verletzungen und ihren Folgen umzugehen.

Zudem bin ich überzeugt: Wirklich seelisch Heilen kann man sich nur selbst! Weil man nur selbst weiß, wenn man es denn jemals erfährt, was für die eigene Seele gut ist.

Insofern ist Psychotherapeut ein Beruf, in dem man weniger Erfolgserlebnisse hat als ein Bäcker. Und ein sehr schwerer Beruf.

 

[14:13]

Dagegen ist mein jetziger "Beruf", mich glücklich zu machen, ein Kinderspiel.

Im wahrsten Sinne des Wortes, denn als Kind folgt man seinen noch nicht durch sich und andere "verschlüsselten" Gefühlen und befriedigt sie.

Deshalb werde ich irgendwie wieder Kind, indem ich erwachsen werde.

 

[19:27]

Insgeheim hoffe ich, der vernüftige Andreas, ja drauf, daß sich der fühlende Andreas seine Entscheidung noch einmal überlegt, denn so schlimm ist es ja auch nicht, Psychologie weiterhin zu studiern, vielleicht sogar noch das Vordiplom zu bestehen oder das Studium insgesamt.

Oh, ich war noch nicht mit dem Schreiben zu Ende, da brüllte es bereits in mir:

du hast wohl überhaupt nicht begriffen? weil du vernüftiger dich jahrzehntelang durchgesetzt hast, sind wir zum trinker geworden, wurde ich weggeschlossen, hatten wir keine gefühle, keine bilder, nur immerzu gedanken.

möchtest du diese zeit zurückhaben?

Nein, auf keinen Fall, aber vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit, ich meine zeitweise, damit die Studiererei zu einem abschließenden Ende kommt.

du verdammter idiot, du schnallst es nicht! mir dir zu diskutieren, hat keinen sinn. entweder ich setze mich im interesse aller gegen dich durch oder du bequatscht uns mit deinem "überlegt doch mal, ist das nicht besser" so lange, bis wir, schläfrig geworden, zustimmen, und ehe wir uns versehen, funktionieren wir wieder wie eine maschine, führen befehle aus, die sich gegen uns richten, treten mit füßen, was wir für unseren seelenfrieden erreicht haben, zertören unsere zukunft.

Aber ...

hau ab, vernüftiger, sonst führe ich eine freßattacke herbei, die dich für tage lahmlegt.

 

Der "Vernüftige" tritt ab, gezwungenermaßen, uneinsichtig, immernoch überzeugt, im Interesse aller zu handeln.

Vermutlich muß ich in einem starken Moment meine Exmatrikulation beantragen, dann, bis die Widerspruchsfrist abgelaufen ist, so tun, als wäre nichts geschehen, damit der Vernünftige den Antrag nicht wieder zurücknimmt.

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Samstag, 5. November 2005

[05.11.05, sa, 14:30]

Eben habe ich meine ersten Fotos mit einer Canon EOS 5D geschossen!

Gestern vormittag wachte ich auf mit dem Gedanken: Jetzt fahre ich zum MediaMarkt, nehme einige meiner alten Objektive und eine Speicherkarte mit und teste eine 5D, obwohl das unvernüftig ist, da ich wohl die nächste Zeit solche Kamera nicht kaufen werden kann.

Meine Unvernunft ist mir sehr gut bekommen!

Nachdem ich wieder zu Hause war, hatte sich meine Stimmung der letzten Tage grundlegend gewandelt (siehe Tagebuch vom 6. November 2005).

 

Daß man mit alten Nikon-Objektiven mit einer Brennweite ab 35 mm an der EOS 5D gute Bilder machen kann, habe ich an einigen Beispielen auf pbase.com gesehen.

Wie alte, für analoges Kleinbild entwickelte Fisheyes auf dem Vollformat-Sensor der 5D abbilden, jedoch nicht.

Zudem wollte ich sehen, wie gut die bei ISO 3200 gemachten Fotos aussehen.

 

Dazu schrieb ich auf dslr-formum.de unter anderem (verschiedene Beiträge sind durch horizontale Linien getrennt):

Heute habe ich eine Canon EOS 5D mit meinem 16-mm-Fisheye ausprobiert.

Durch den Nikon-EOS-Adapter kann nur mit Arbeitsblende gemessen werden, und das nur in den Programmen M und AV (Zeitautomatik).

Scharfeinstellung leider nur ohne Schärfeindikator.

Da die Objektive nicht dicht am Gehäuse sitzen, kann man den Blendenring gut greifen und drehen.

Und, das wollte ich vor allem überprüfen: das Bild ist überall gleich scharf bzw. unscharf, so als würde der Vollformat-Sensor ablichten wie ein Kleinbild-Film.

Die Bedingungen waren nicht ideal: Kunstlicht, meine Aufregung - waren meine ersten Aufnahmen mit einer 5D -, sowie bewußt gewählte Verschärfungen: Offenblende und ISO 3200.

Das Schild "Privates Fotolabor" stand direkt unter dem Objektiv. Das erste Buch war vielleicht 50 cm entfernt.

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Um zu zeigen, wie fett ein 16-mm-Fisheye blickt, zum Vergleich ein Fotos mit dem Canon 24-105 mm, aufgenommen bei 24 mm, Blende 11.

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Ich bin mit dem Test zufrieden. Wegen mir braucht Nikon nie eine Digitale mit Vollformat-Sensor auf den Markt zu bringen.


Mir ist auch klar, daß ich im Nikon-Forum für meine Ansicht eher kein Verständnis finde (D200 - leider kein Vollformat-Sensor), denn wer meine Auffassung teilt, wird mit einer Crop-Digitalen nicht glücklich.

Mein Beispielfotos sollten weder die Schärfe der 5d noch die Schärfe des Fisheyes demontrieren, sondern nur, daß der 5D-Vollformat-Sensor gut genug arbeitet, um die 5D auch mit "alten" Objektiven zu betreiben, und das auch noch bei ISO 3200.

Vorhin erwähnte ich nicht: die 5D stand bei den Aufnahmen in einem Stativ, das auf einem Tisch stand, der mit dem langen Regal verbunden war, aus dem Kunden Fotoapparate entnahmen und sie wieder zurücklegten, und da die 5D durch zahlreiche Kabel vor Diebstahl gesichert war, konnte ich sie zur Aufnahme nicht in die Hand nehmen.

Aus dieser "Verankerung" der 5D ergab sich auch, daß ich nur auf Zehenspitzen stehend durch den Sucher sehen und scharfstellen konnte, und das ohne Schnittbildlinse oder Schärfeindikator, sondern nur mit bloßem Auge, das trotz neuer Brille nicht mehr 100 Prozent sieht.

Daß die im Vordergrund befindlichen Gegenstände und Personen bei Offenblende (2,8) nicht scharf sind, wenn das Objektiv auf unendlich steht, sollte jedem klar sein.

Aber ich habe diesen Test nicht gemacht, um zu sehen, ob mein 16-mm-Fisheye scharfe und gute Bilder liefert, sondern um herauszufinden, wie es grundlegend auf dem Vollformat-Sensor abbildet.

Wenn die Fotos in der Mitte super scharf, aber an den Rändern verschwommen geworden wären, hätte ich mich das besorgt. Aber so, bin ich zufrieden, weil die Bilder gleichermaßen scharf bzw. unscharf geworden sind.

Trotz der Widrigkeiten habe ich auch scharfe Fotos fabriziert, was wohl umsomehr für die 5D spricht.

Im Anhang ein Foto mit einem wirklich alten 50-mm-Nikon aufgenommen. Versucht, scharfzustellen habe ich auf das gelbe Schild in der Mitte, links neben dem Spiegel.

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Wie es mit gelungen ist, sieht man im Ausschnitt (100 Prozent), nicht nachbearbeitet, sondern wie aus der 5D gekommen ist, bei ISO 50.

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Ich präzisiere: Warum neue, teure Objektive kaufen, nur weil die, die man hat und mit denen man zufrieden ist, am Crop-Sensor ihr Wesen verändern?

Außerdem: Sollte man das System wechseln, kauft man wieder neue, teure Objektive.

Für mich ist die Sache klar: Meine nächste Anschaffung wird eine Digitale sein, die zu meinen Objektiven, nicht umgekehrt! - Mein 18-70 DX bleibt mein einziges Crop-Objektiv, und wenn ich, als ich es kaufte, gewußt hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich es wohl nicht gekauft.

Der Umstieg von analoger auf digitale Fotografie ist eben mehr als von Schwarz-Weiß auf Farbe. Als ich meine erste digitale Spiegelreflex kaufte, hatte keine Ahnung, was ein Crop-Sensor ist, welche Auswirkungen er hat. Vor allen Dingen: niemand hat mich darauf hingewiesen. Na ja, das ist Lehrgeld.

Würde ich heute mit der Fotografie anfangen, würde ich mich wohl anders verhalten. Aber ich sehe einfach nicht ein, gute Objektive zu entsorgen, nur weil Crop-Kamera jetzt "in" sind oder eben zur Zeit nur erschwinglicher.

Wenn ich meine digitale Nikon so gut mit Crop-Objektiven versorgt habe, daß ich so, wie vom analogen Kleinbild gewöhnt, fotografieren kann, kann ich auch locker eine 5D kaufen.

Ich habe kein Problem, bestimmte Fotos mit Nikon, bestimmte Fotos mit Canon zu fotografieren. Wichtig ist, effektiv zu arbeiten, auch finanziell, und ans Ziel zu kommen.

 

Soweit einige meiner Beiträge.

Vielleicht liefere ich weitere Fotos nach. Spätestens, wenn ich mein Fisheeye 8 mm an der Canon EOS 5D getestet habe.

Weil ich dann auch noch einige mit dem Fisheye 16 mm schießen will, um zu sehen, wie scharft es unter guten Bedingungen abbildet.

Wird die Qualität deutlich schlechter als die des 50 mm, kann ich es an einer 5D nicht verwenden, muß mir ein anderes kaufen.

Dann würde ich aber günstiger sein mit der Anschaffung eines Nikon-Fischeye 10,5 mm, das ich dann an meiner D70 verwende.

 

Mal sehn ... Zuerst warte ich sehrsüchtig auf meine Fisheye 8 mm.

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Sonntag, 6 November 2005

[06.10.05, so, 6:27]

Vielleicht aber auch nicht, weil es für mich doch eine Möglichkeit gibt, alle meine Interessen zu vereinen.

Zumindest fühle ich mich heute so, einen erneuten Versuch zu starten, nachdem nicht nur der Tiefpunkt meiner Stimmung überschritten ist, sondern ich auch wieder zuversichtlich in die Zukuft blicke.

Was heißt "auch wieder zuversichtlich"? - Nachdem ich überhaupt wieder in die Zukuft blicken kann.

Noch in der Nacht zum Samstag schreckte ich aus dem Schaf mit folgendem Gedanken auf: Bringt dich um, das ist die einzige Lösung!

Das hat mich sehr erschreckt! Noch nie waren die Konflickte meiner Seele so tief und mit so einem entgültigen Ziel in mein Unterbewußtsein gedrungen.

Dann machte ich am Samstag etwas Unvernüftiges, was ich aber schon lange tun wollte (siehe Tagebuch vom 5. November 2005), und kam hatte ich es getan, fühlte ich mich ausgesprochen gut und sah wieder einen Sinn für mein Leben.

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Montag, 7. November 2005

[07.11.05, mo, 9:00]

Heute wachte ich mit dem Gedanken auf, ich sollte mich einschläfern lassen, weil ich der Gesellschaft nicht von Nutzen bin.

Nachdem ich am Sonntag dachte, was solls, mein Geld mit Psychologie zu verdienen, ist doch besser ewig "niedere", wenig bezahlte Arbeiten auszuführen, bekam ich wieder starke Depressionen und Sebstmordgedanken.

Also sagte ich mir: gut, es ist zwar sehr unvernüftig, mit dem Studium auszuhören, nie fertig zu werden, aber wenn meine Depressionen noch stärker werden oder ich mich gar umbringe, kann ich als Psychotherapeut ohnehin nicht arbeiten.

Außerdem scheint ein starker Zusammenhang zwischen meiner Vorstellung, weiter zu studieren, und meinen Drepressionen und Selbstmordgedanken zu stehen.

Dann muß ich eben als "Niederer" leben. Was soll ich sonst tun?

Ich kann nur das für mein Leben planen, was ich selbst tun kann, weil es ein andere nicht für mich tun wird.

Auch aus diesem Grund kann nur ich für meine Interessen eintreten und dafür sorgen, daß ich mich wohlfühle.

 

Daß ich dann heute morgen dachte, als "Niederer" hätte ich keinen Nutzen für die Gesellschaft und sollte mich einschläfern lassen, nahm ich sehr persönlich!

Ich weiß nicht, wer mir diese Scheiße eingeredet hat, aber diese Ansicht ist das Letzte.

 

Klar hab ich genauer Vorstellungen, wieso ich mich immer wieder umbringen will, aber ich möchte mich nicht wieder seitenweise auslassen. Ist doch auch immer das gleiche.

Nicht nur bei mir, sondern auch im allgemeinen.

Entscheidend ist, daß ich diese direkte und indirekte Fremdbestimmung nicht mehr zulasse und meinen Lebensweg selbst bestimme, daß ich endlich wirklich das Leben führe, das gut für mich ist, nicht vernünftig, nicht gesellschaftsorientiert, sondern einfach nur gut für mich.

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Mittwoch, 9. November 2005

[09.11.05, mi, 10:13]

Heute wachte ich mit dem Gedanken auf, gemütlich durch den herbstlichen Park zur Universität zu gehen, um meine Exmatrikilation zum 31. März 2005 zu beantragen.

Das Wetter ist schön, aber das Studentensekretäriat hat heute nicht geöffnet.

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Donnerstag, 10. November 2005

[10.11.05, do, 11:50]

Habe meine Exmatrikulation beantragt.

 

[12:32]

Habe mich aus den Veranstaltungen abgemeldet.

 

[12:50]

Habe von der Startseite meiner Browsers den Link zur Uni-Seite, die Uni-Links sowie die, die ich zum Studium brachte enthalten, entfernt.

 

[12:56]

Sehr stolz bin ich nicht auf mich, weil ich die Prozeduren ohne Gewalt gegenüber einen meiner Seelenteile durchgeführt habe, sondern auch, weil die Kleinen, an denen der ganze Streß ja immer hängenblieben ist, zu Uni gegangen sind, um uns alle als Student abzumelden.

Deshalb wundert es nicht, daß ich so fröhlich, wie es nur ein Kind sein kann, zur Uni und wieder zurück nach Hause gegangen, teilweise singend gehüpft bin, immer wieder kleine Freudentränen in den Augen: Endlich, endlich, endlich verlassen wir diese Sackgasse unseres Lebens, schlagen uns nicht mehr schmerzvoll am Ende den Kopf blutig, und kommen doch nicht durch die Wand.

Ich danke mir für die Unterstützung und friedliche Durchführung.

 

[17:56]

Nach einem Nachmittagsschläfchen scheint es mir, als wenn ich schon "ewig" nicht mehr Student bin. Dabei hatte ich noch am Montag wegen meine Entscheidungsunfähigkeit sehr schwere Depressionen.

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Freitag, 11. November 2005

[11.11.05, fr, 9:00]

Gestern abend, als ich im Bett lag, habe ich mich lange Zeit sehr gefreut, mich endlich von meinem Studentendasein zu verabschieden.

Heute morgen bin ich mit sehr guter Laune aufgewacht. Ich bin immer noch mächtig stolz auf mich.

Gerade, weil es nicht meine Art ist, etwas abzubrechen, was nicht völlig am Boden ist.

 

[11:10]

Habe mich gegen Grippe impfen lassen.

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Samstag, 12. November 2005

[12.11.05, sa, 18:00]

Heute war ich in Potsdam unterwegs und habe Fotos gemacht.

 

Im Herbst steht die Sonne fast den ganzen Tag nur knapp über dem Horizont. Oder über dem Wasser:

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Auf der anderen Seite weist das Geländer zu den Hochhäusers der Havelbucht:

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Könnte auch irgendwo in Miami sein, oder?

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Oder in Instanbul ... Aber die Moschee ist das Maschinenhaus (Wasserwerk), das Wasser zu den Springbrungen des Parkes Sanssocui pumpt bzw pumpte.

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Die Turm, links neben der Moschee, ist der Turm der Friedenskirche.

 

Sehen Sie auch meine Fotos am 14. November 2005 um 17 Uhr 45 veröffentlichen Fotos, die teilweise die gleichen Motive zeigen, allerdings mit meiner analoge Kamera und Fisheye 16 mm aufgenommen.

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Sonntag, 13. November 2005

[13.11.05, so, 19:30]

Ob ich mir jemals eine Canon EOS 5D kaufe, steht noch lange nicht fest, denn sie kostet (nicht nur für meine Verhältnisse) viel Geld.

Zunächst werde ich mein Fisheye 8 mm, das hoffentlich nächste Woche bei mir ankommt, testen: digital und analog.

Vielleicht ersetzt es digital ja mein Fisheye 16 mm, weil es an der D70 soviel Blickwinkel hat wie das 16er an der F70.

Das brauchte ich keine analogen Aufnahmen der 16er Fisheyes mehr zu digitalisieren.

Nun noch die des 8er Fisheye - falls mit diese runden Fotos überhaupt gefallen, ich Motive für diese Art Foto finde.

 

Selbstverständlich liefert die 5D eine bessere Bildqualität als die D70, aber geht es nur darum, würde mich auch eine Nikon D200 ans Ziel bringen, die deutlich billiger ist.

Veröffentliche ich jedoch weiterhin meine Fotos auf meine Homepage mit maximaler Seitenlänge von 800 Pixel, liefert die D70 jedoch zufriedenstellende Bildqualität.

 

Was will ich sage: Kann durchaus sein, daß ich weder eine 5D noch eine D200 kaufe, sondern ein Nikon-Fisheye 10,5 mm, obwohl ich kein Crop-Objektiv mehr kaufen wollte.

Das 10,5er Fisheye füllt die Bilder aus, hinterläßt keine schwarzen Ecken. Außerdem hat fast einen Bildwinkel wie das 8er Fisheye.

Heute habe ich nämlich einige mit dem Peleng-Fisheye an einer D70 aufgenommenen Fotos gesehen: der schwarze Ring gefiehl mir gar nicht, und wenn ich wegschnitt, hatte das Bild seine Wirkung verloren.

Vielleicht, weil die Fotos ohnehin nicht besondern waren. Ich meine, manche Fisheye-Fotos sehen außergewöhnlich aus, manche nur wie Fotos mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen, allerdings mit sehr krummen Linien.

 

Wichtig ist, daß ich meinen fotografischen Auftrag fortführe, mit welcher Kamera, ist nebensächlich.

Notfalls kann ich ja auch zeichnen ... ;-))

 

Gestern abend war ich noch einmal kurz unterwegs, um einige Fotos im Dunklen zu schießen.

Niemand zuhaus, trotzdem Licht:

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[Wer weiß, wo ich wohne, sieht im Arbeitszimmer Licht leuchten, obwohl ich meine Wohung verlassen habe, um diese Fotos zu machen.]

 

Mond hinter großer Mauer:

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Mond, sich auf dem Dach spiegelnd:

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Mond und abendlicher Verkehr:

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Mond zwischen Hochhaus und Birke:

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Selbstportrait im Dunkeln:

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Montag, 14. November 2005

[14.11.05, mo, 10:35]

He, was ist das: Hat hier jemand seinen Vorhänge nicht aufgezogen?

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Solch schönen Nebel habe ich lange nicht mehr gesehen!

Selbstverständlich schnappte ich meine Kameraausrüstung und ging runter ans Wasser.

 

Aber viel sah ich dort nicht (11:02):

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Eine halbe Stunde später sah man dann eine Andeutung des anderen Ufers (11:38):

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[17:44]

Hier noch einige Fotos mit meiner analogen Kamera und dem Fisheye 16 mm am 12. November 2005 aufgenommen.

Am Kleinbild ist das Fisheye 16 mm ein echtes Fisheye 16 mm, nicht - durch die Brennweitenverlängerung - ein Fisheye 24 mm.

 

Das folgende Motiv habe ich auch mit Fisheye 24 mm aufgenommen, hier wirkt es jedoch stärker:

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Blick aus meinem Arbeits- und Schlafzimmer: Mein Lieblingsnachbarhaus. Weil es so schön rundlich ist wie ich? ;-)

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Hier sehen Sie die Freundschaftinsel in die "Zange genommen" von Wasser und Straße.

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Unten links im Bild, das bin ich mit einem Stück Finger ...

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Dienstag, 15. November 2005

[15.11.05, di, 9:55]

Jetzt wird es wohl Winter!

Wenn die Sonne sich hinter Wolken versteckt, ist es auch vormittags noch kalt (7 Grad Celsius).

 

[11:03]

Hier noch einige Fotos, die ich gestern gemacht habe:

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Die beiden Schiffe sind bewohnt:

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Auf der anderen Seite, wo meine Tour begann:

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Nebel fasziniert mich immer wieder ...

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Bald wird der Baum alle Blätter verloren haben:

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Kein Wall, sondern wohl eine lange Sitzgelegenheit aus Beton:

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Auf geht die Reise, los fährt das Schiff, ...

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... um bald im Nebel zu verschwinden:

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Mein Lieblingshochhaus am Wasser:

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[19:30]

Habe Studium-Ende geschrieben.

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Mittwoch, 16. November 2005

[16.11.05, mi, 11:55]

Durch Zufall habe ich eben erfahren, daß heute alte Haushausgeräte vor unserem Haus kostenlos abgeholt werden.

Leider finde ich im Haus niemand, der mir beim Runtertragen meiner alten Waschmaschine - sie steht noch auf dem Flur vor meiner Wohnungstür - ...

Alter Waschmaschine

... helfen kann.

 

[12:30]

Tja, da hab ich sie eben allein runtergetragen.

"Allein" meint nicht nur ohne fremde menschliche Hilfe, sondern ganz ohne Hilfe wie Sackkarre oder Tragriemen: Ich hab die Maschine angepackt und runtergetragen ...

Selbstverständlich nicht wie eine Handtasche. Etwas mehr mußte mein Körper schon mit ihr "verschmelzen".

 

[15:00]

So, nun - nach einer ausreichenden Trauerzeit - trennen sich unsere Wegen entgültig: meine alte Waschmaschine wurde abgeholt.

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Freitag, 18. November 2005

[18.11.05, fr, 12:00]

Draußen sind es nur 2 Grad - obwohl es schon Mittag ist!

 

[13:45]

Gestern hat mein (Stief-)Vater bei mir angerufen.

Während des Gespräches frage er auch, wie es an der Uni läuft.

Da ich keine Lust hatte, mir etwas auszudenken, sagte ich, es wird nichts mehr, das ich wohl zum Ende des Semesters aufhöre.

Seine Frage, ob ich noch zur Uni gehe, beantwortete ich auch wahrheitsgemäß und sagte, ich gehe nicht mehr zur Uni.

 

In einige Sätzen habe ich ihm auch versucht zu erklären, warum ich nicht mehr an der Uni studieren will und kann.

Vermutlich hat er das wohl (wieder) nicht verstanden oder akzeptiert, aber für mich ist das Thema abgehandelt.

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Samstag, 19. November 2005

[19.11.05, sa, 12:10]

Heute sind es draußen mittags 4 Grad - das ist nicht besser als gestern.

Tja, der Winter kommt, und ich hab gar keine Lust auf ihn.

Am besten, ich gehe in den Winterschlaf und wache erst wieder im Frühling auf! ;-))

 

[18:00]

Trotzdem regt mich sehr auf, daß mein Fisheye 8 mm noch nicht eingetroffen ist.

Immerhin habe ich es vor über einen Monat gekauft und über PayPal bezahlt!

Wenn ich gewußt hätte, daß der Artikelstandort "Niederlande" eigentlich "Rußland" bedeutet, hätte ich bei einem anderen Anbieter gekauft.

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Sonntag, 20. November 2005

[20.11.05, sa, 16:45]

Seit gestern abend versuche ich mir vorzustellen, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn bestimmte Dinge nicht passiert wären.

 

[17:00]

Heute habe ich Bilder von und mit einem Fisheye 6 mm gesehen.

Dieses Fisheye wurde von Nikon hergestellt und hat einen Blickwinkeln von 220 Grad: man kann also nach hinten gucken!

 

[18:06]

Nicht in der Richtung: Was wäre, wenn ich als Genie geboren wäre?

Sondern eher unspäktakulär: Was wäre, wenn meine Talente gefordert worden wären?

 

[18:30]

Ich höre einige Orgel-Stücke von Johann Sebastiona Bach.

Wird mir aber schnell langweilig. Passiert zu wenig.

 

[18:45]

Ich höre "Die vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi in der Ochester-Version.

Macht mich aber zu traurig...

 

[19:10]

Ich höre "Bilder einer Ausstellung", am Flügel: Sviatoslav Richter.

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Montag, 21. November 2005

[21.11.05, mo, 11:30]

Heute scheint endlich mal wieder die Sonne.

Das nutze ich aus und werde losziehen.

 

[15:10]

Habe Orte besucht, an denen ich lange nicht mehr war und habe viele schöne Fotos gemacht.

 

[16:00]

Den ganzen Tag war das Wetter sehr schön, aber jetzt regnet es so stark, daß ich mich, wäre ich noch unterwegs, vom Fahrrad gespült hätte.

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Donnerstag, 24. November 2005

[24.11.05, do, 13:00]

Habe mir heute eine Kopie meines Antrages auf Exmatrikulation geholt, damit ich ims Zweifelsfall belegen kann, den Antrag gestellt zu haben.

Außerdem habe ich mich von der Uni am Neuen Palais, wo ich einige sehr schöne Semster hatte, verabschiedet.

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Freitag, 25. November 2005

[25.11.05, fr, 12:28]

Der erste Schnee (in diesem Winter)!

Mein erstes Schnee-Foto mit einer digitalen Kamera:

Der erste Schnee ...

 

[13:47]

"Mein erstes schönes Schnee-Foto mit einer digitalen Kamera" muß es heißen. Schnee und blauer Himmel gab es nur ganz kurz, meist sah der Himmel so grau wie auf meinem ersten Schnee-Foto mit einer digitalen Kamera aus.

Mein wirklich erstes ...

Deshalb hab ich etwas geschummelt. Aber ja nur kurze Zeit. ;-))

 

Davon abgesehen freue ich mich nicht über den ersten Schnee, denn ich wollte heute noch einmal in den Park, um schöne Herbstfotos zu machen.

Insbesondere wollte ich einige Fotos, die mir gestern nicht gelungen sind, noch einmal machen. Aber das kann ich heute vergessen.

Durch mein Fotografieren wird mir die Vergänglichkeit des Lebens sehr bewußt: Eben noch wunderbares Herbstwetter, dann plötzlich Schnee, und die herbstlichen Farben sind "gestorben".

 

Ähnliche Gefühle hatte ich auch nach dem Sommer.

Wenn ich mir heute Sommerfotos ausgucken, frage ich mich, wo diese Fragen geblieben sind.

Das Licht ist anders, und schon hat sie die Welt aus der Sicht eines Fotografen entscheidend verändert.

Einem Philisophen wird das wohl egal sein, weil der Konflikt zwischen Wahrheit und Lüge zu jeder Jahreszeit besteht.

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Sonntag, 27. November 2005

[27.11.05, so, 19:02]

 

Das folgende schrieb ich eben in einer Mail (Auszug):

wenn das mit meinem studium besser gelaufen wäre, hätte ich auch noch eine chance auf eine gute zweite hälfte meines arbeitslebens, aber so ... die wende kam für mich zu spät.

als die wende kam, hatte ich mir schon mein leben versoffen. außerdem waren meine seelischen erkrankungen schon zu stark festgesetzt, so daß ich nach über zehn jahren nichttrinken und fleißiger arbeit an meiner seelischen gesundung noch immer nicht gesund bin.

vielleicht nie werde, denn mitlerweise, nachdem ich viele "obenliegende" krankheiten gelindert habe, scheint die grundlegende sichtbar zu werden: depression.

verständlich ist auch: ich bin müde, immer und immer wieder zu kämpfen!

viel meiner kraft hab ich fürs psychologie-studium vergeudet, das ich schon viel eher hätte abbrechen sollen. vielleicht schon 97/98, als mir psychologen nicht helfen konnten oder wollten.

ich weiß nicht, ob ich noch einmal etwas neues anfangen kann. nicht wenige leute haben in meinem alter ja schon den ersten heizinfarkt hinter sich und bypaß in sich.

ich würde ja gern mich auf meine ursprünglichen talente besinnen: meine künstlerischen... nicht mehr denken, sondern nur fühlen!

FÜHLEN ist das wichtigsten, DENKEN sollte nur dazu diesen, bedingungen zum gutfühlen zu schaffen.

im diesem sinne: einen guten start in die neue woche.

 

NIE wieder erklären, sondern sein.

NIE wieder Logik, sondern Intuition.

NIE wieder (gesprochene) Worte, sondern Zeichen, Bilder, Klänge.

 

[20:05]

Nachdem ich mich bei RAMMSTEIN's CD MUTTER warmgemacht habe, lege ich jetzt mit ACDC ohne Worte, aber mit irrer Lautstärke nach.

He, mein Wochenende geht jetzt erst los!

Da kann ich den Hausbewohnern nur einen guten Schlaf und einen ruhigen Start in die neue Woche wünschen.

 

Scheiße, das wär doch auch was für mich gewesen: "Für Schule ham wir uns nich interessiert. Nur für Musik und Mädchen."

Aber ich scheiß Wichser hab die Schule brav zu Ende gemacht, dann die scheiß Lehre, dann war ich ein scheiß verwichster Sozi-Offizier. Dann wurde ich zum Schlucki.

 

Ich hätt von zu Hause abhaun solln - aber wohin? Überall warn nur Mauern!

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Montag, 28. November 2005

[28.11.05, mo, 15:02]

Mir geht es ja nicht darum, mein Leben bereits vor der Geburt zu ändern.

Auch meinen ersten 18 Jahren könnte ich mich anfreunden. Aber ab meiner Volljährigkeit würde ich gern einen anderen Weg eingeschlagen haben.

 

Selbstverständlich wäre es für mich besser gewesen, nicht zum Mädchen erzogen worden zu sein, als Linkshänder nicht mit der rechten Hand schreiben zu müssen, meine Talente entwickeln statt unterdrücken zu müssen.

Aber ich bin überzeugt: ein Leben, das mir gerechter gewesen wäre, wäre mit meinen Eltern nirgens möglich. Deshalb träume ich mich (vorerst) nicht in eine Situation, die nur mit anderen Eltern möglich gewesen wäre, sondern versuche mir vorzustellen, was ich als Erwachsener anders getan hätte, lebte ich nicht in der DDR.

 

[15:18]

Höre RAMMSTEIN's LIVE IN BERLIN. Kann mich nicht auf die Vorstellung meines anderen Lebens konzentrieren.

Nur in Bruchstücken: als Kfz-Schlosser (Beruf habe ich wirklich erlernt) im Sommer 1978

 

Statt dessen ging ich jedoch als Offiziersschüler nach Löbau.

Schon im ersten Jahr wollte ich aufhören, fühlte mich eingeschlossen in der Kaserne nicht wohl.

Aber wohin sollte ich gehen? Zurück in die elterliche Wohnung? Auf keinen Fall. Wohnraum als Junggeselle zu bekommen, war fast unmöglich.

Also hab ich das Studium erfolgreich abgeschlossen, um dann auch eine Wohnung zu bekommen.

 

Ich weiß nicht, ob ich auch ohne meine Armeezeit Trinker geworden wäre. Sicher ist aber: vor meinem 20. Jahr habe ich fast nie getrunken, obwohl das unüblich war.

Ich glaube, ich habe es sehr gehaßt, eingesperrt zu sein, und nur ausgehalten, weil ich nicht mehr nach Hause wollte und meine Wut mit Alkohol ertränkte.

Ich weichte meine Gefühle auf, damit ich "vernüftig" sein konnte.

 

Außerdem hat das Schwarzbier auch sehr gut geschmeckt ;-)).

 

[15:50]

"Vernüftig" bin ich übrigens das erste Mal zielstrebig in der 7. oder 8. Klassen geworden.

Man wollte mich wieder einmal von der Schule schmeißen, da sagte ich mir, ich könnte ja mal fleißig in der Schule sein, statt nur meinen Frust über Schule, zu Hause und so abzulassen.

Ich wollte schon mit 13 zu Hause ausziehen, zog durch die Straßen und guckte, ob eine Dachwohnung frei ist.

 

Was wäre passiert, wenn ich mit 13 von zu Hause abgehaun wäre? Ich schätze, man hätte mich in ein Heim gesteckt ...

 

He, kaum höre ich wieder ACDC, denke ich an Zuhause-Flucht.

Aber im Grunde hätte mir nur eine Republik-Flucht geholfen!

 

Ja, genau, scheiß egal, auch aus einem Heim kann man abhaun!

... oh, oh, die hätten mir schon gezeigt, wo's langgeht. In Heimen und im Knast war die DDR noch ein großes Stück unfreier ...

 

Als ich 13 war hatten wir das Jahr 1972. Musikalisch war Woodstock schon einige Zeit her, aber noch in aller Ohren, und wild war die Musik damals allemal.

Wenn ich nicht in DDR gelebt hätte, hätte ich mit einer Rockband durch die Welt ziehen können.

 

[16:06]

Einmal hab ich damals, als ich wohl gerade in der Lehre war, einer Band (Electra?) mal beim Abbauen ihrer Anlage geholfen. Näherer Kontakt kam nicht zustande.

 

[17:45]

Wie bin ich froh, genug Zeit zu haben, meinen Gedanken nachzuhängen.

Und, wenn mir danach ist, Gesangs- und Klavierunterricht zu nehmen.

Oder mich irgendwann am Tage zum Schläfchen hinzulegen.

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Dienstag, 29. November 2005

[29.11.05, di, 19:09]

Heute hat mich mein Vater besucht.

Er war das erste Mal wieder in Potsdam, seit ich in der Zeppelinstraße wohne.

 

Er war guter Dinge. Bezüglich zur Ordnung in meiner Wohnung meinte er: "Für dich empfehle ich betreutes Wohnen."

Obwohl er schon seit Stunden nicht mehr hier ist, erheitere ich mich noch sehr.

 

So schlimm kann meine Unordnung aber nicht sein. Besucht er meinen sehr ordentlichen Bruder in seiner Wohnung, sagt er nicht, wie ordentlich er die Wohnung findet, sondern kritisiert ... irgendwas findet er immer.

 

[19:15]

Betreutes Wohnen finde ich klasse, wenn ich die Betreuerin auswählen darf ... ;-))

 

[19:23]

Habe eben kurz mit einer alten, lieben Freundin telefoniert.

War sehr angenehm, ihre Stimme zu hören, zumal in ihr ihre Bildung und Intelligenz mitklingt.

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Mittwoch, 30. November 2005

[30.11.05, mi, 13:45]

So lustig, wie sich aus meiner gestrigen Bemerkung zum betreuten Wohnen schließen läßt, war weder der Besuch meines Vater noch ist es das Leben in der Familie Thieme im allgemeinen.

 

[14:38]

Ich könnte jetzt sehr viel schreiben oder schweigen.

 

[14:45]

Weder noch. Ich zitiere aus einem Brief an meinen Bruder:

ansonsten habe ich mich über vatis besuch zwar sehr gefreut, weil er noch nie bei mir in der zeppelinstraße war, auch noch nie ohne mutti bei mir in potsdam, aber heute merke ich auch, wie mich der besuch angestrengt hat.

ich kann nur sagen: bin ich froh, daß ich nicht wie vati bin!

alles andere lasse ich dir gegenüber unausgesprochen, weil du ja ein fan vatis bist: ich will weder ihm noch dir zu nahetreten. ändert ja auch nichts.

mindestens seit 1983, als ich nicht mehr offizier sein wollte, versuche ich, daß die eltern mir (und auch dir) die gleichen rechte auf eine glückliches, selbstbestimmtes leben zugestehen wie sich selbst.

vergeblich.

damit könnte ich mich vielleicht sogar anfreunden, wenn beide etwas hätten, worauf ich stolz wäre. ich meine, wenn beide etwas gemacht hätten, was ich sehr gut finde und was ich fortsetzen möchte.

aber wenn ich danach suche, fallen mir zuerst starke versäumnisse ein: zum beispiel muttis versagen gegenüber vatis gewalt gegen dich. ich spitze es zu: wenn vati das, was er dir (oder mir) an gewalt oder irgnoranz angetan hat, peggy [Anmerkung: ist die Hündin meines Bruders, die zur Zeit bei unseren Eltern lebt] angetan hätte, hätte mutti ihn wohl schon zum teufel gejagt. wenn nicht schlimmer.

ich gehe noch weiter: ... ach scheiße. ich kann nicht mehr.

es sind so viele worte in mir, getrieben von meiner trauer wegen der vergeblichen mühen der letzten 20 jahre.

 

Ich glaube, so offen und direkt habe ich noch nie öffentlich über unsere Familie geschrieben.

Dabei sind es ja trotzdem nur Andeutungen. Es geht mir auch nicht um Einzelheiten, sondern um eine allgemeine Zustandsbeschreibung.

Daß ich mit 24 Jahren Alkoholiker war, kann ich locker auf die Verhältnisse bei der Armee schieben, wo Saufen zum Dienst gehörte.

Wie aber erkläre ich, daß mein Bruder, als er 23jährig das erste Mal mit dem Trinken aufhörte, bereits 10 Jahre trank?

Nein, mit mir hat das nichts zu tun. Ich zog von zu Hause als, als mein Bruder 9 Jahre alt war und war danach nur noch Besucher.

 

[14:53]

Na ja, so richtig ist das nicht.

Mein Bruder ist zwar nicht zum Trinker geworden, weil er mir nacheiferte, sondern weil, als ich die elterliche Wohnung verlassen hatte, zu Hause Dinge passiert sind, denen er nüchtern nicht standhalten konnte und die nie passiert wäre, wäre ich noch zu Hause gewesen. Das hätte sich mein Vater niemals getraut.

Selbstverständlich hängt der Zeitpunkt des ersten Trinkens vom Umgang ab. Aber mein Bruder konnte sich bei den ersten Besäufnissen nur deshalb so frei und und stark, über den Dingen stehend fühlen, weil er sich in seinem nüchternen Dasein unfrei, unterdrückt, schwach und extrem ausgeliefert fühlte.

 

[15:15]

Leider verhält sich mein Bruder wie ein typiches Opfer, so daß ich Einzelkämpfer war und wohl auch bleibe.

Dazu hab ich aber ganz und gar keine Lust mehr.

Ich breche meine Zelte in Potsdam ab und werde mit meiner Betreuerin auswandern.

 

Hahahaha...

 

[15:30]

Durch mein Festhalten am Studieren konnte ich wenig für meine materielle Unabhängigkeit tun, weil meine Kraft nicht für beides gereicht hat.

Mein Studium ist beendet. Die langsam freiwerdene - ich erhole mich von meinen zu schweren Depressionen führenden Kämpfen - Kraft und Zeit werde ich für den Ausbau meiner geistigen Freiheit und materiellen Unabhängigkeit nutzen.

 

Wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht.

Am liebsten würde ich von zu Hause aus arbeiten, kann mir aber auch vorstellen, nicht nur die Stadt, sondern auch das Bundesland zu verlassen. Vielleicht sogar Deutschland.

Die 160 Euro, die ich monatlich für meine Wohnung einschließlich aller Nebenkosten aufbringen muß, werden mich nicht von einer Ortveränderung abhalten, weil das für mich jetzt viel Geld ist, aber nicht, wenn ich ganztags arbeite und normal bezahlt werde.

 

Vorher werde ich jedoch klären, wie belastbar ich bin.

Die letzten Jahre habe ich - zum Glück - nicht mehr ganztags gearbeitet.

Das möchte ich auch nicht bis zur Rente. Aber eine gewissen Zeit.

 

Vielleicht finde ich aber auch eine Möglichkeit, mein jetztiges Arbeitsleben fortzusetzen, nur hin und wieder etwas dazu zu verdienen.

Aber so eilig hab ich es nicht. Bevor das Semester am 31. März 2006 zu Ende geht, werde ich nicht überstürzen, sondern mich von meiner Betreuerin pflegen lassen.

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