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WWW-Discount - Zitat intern.de

Bereits 1997 schrieb intern.de über die unverschämte Arbeitsweise von www-Discount.

Zwei Artikel von Intern.de:

Die Artikel sind nicht die jüngsten, aber da die Arbeitsweise von WWW-Discount sich nicht geändert zu haben scheint, biete ich sie weiterhin an.


Intern.de Ausgabe 16/97 (07.08.97)

[Hinweis: Der gesamte Text dieser Seite ist ein Zitiat!]

 

Discount-Praktiken

Mit dem Begriff "Discount" verbindet man normalerweise die Vorstellung, herkömmliche Waren zu einem günstigen Preis zu erhalten, wobei man vielleicht mit geringen Qualitätseinbußen rechnen muß.

Manchmal können diese Qualitätmängel aber auch das Maß des Erträglichen übersteigen. Dies scheint bei dem Internet Presence Provider WWW-Discount der Fall zu sein.

 

SUPERBILLIGER WEBSPACE

Bei WWW-Discount erhält man für nur 20.- DM monatlich die Möglichkeit, eine eigene WWW-Site aufzubauen: "20 Megabyte volumenunabhängiger WebSpace", heißt es dort.

Dieses wirklich äußerst günstige Angebot hat aber einige Haken. Zunächst einmal beschweren sich viele Kunden über den mangelhaften Service des Unternehmens.

Unter den angegebenen Telefonnummern erreicht man zu normalen Geschäftszeiten nur einen Anrufbeantworter oder erhält ein Besetztzeichen.

Mit diesem Malus kann und muß man leben, wenn es denn so billig sein muß.

Nicht mehr hinnehmbar ist allerdings eine andere Praxis, über die wir bereits mehrfach informiert wurden und die auch Vertreter des Deutschen Network Information Center (DeNIC) bestätigen: WWW-Discount gibt Domainnamen nicht mehr frei!

 

KK FÜHRT ZU NACK

Will ein Kunde auf die Dienste des Billiganbieters verzichten, und wechselt er den Provider, so erlebt er eine böse Überraschung: Der KK-Antrag des neuen Providers wird mit einem NACK beantwortet.

Hinter diesen Akronymen verbirgt sich folgendes: Ein KK-Antrag betrifft die Konnektivitäts-Koordination eines Domainnamens und geht vom DeNIC aus. Es geht dabei um die Einbettung des Domainnamens in die globale Adressdatenbank des Internet, das Domain Name System (DNS).

Im konkreten Fall des Providerwechsels bittet der neue Provider das DeNIC, eine KK-Anfrage an den alten Provider zu richten: "Darf die Domain XY von Ihrem Rechner auf einen anderen umziehen?"

Damit soll sichergestellt werden, daß sich niemand unrechtmäßig in den Besitz einer Domain bringt.

Beim Providerwechsel werden nämlich auch Änderungen am "Record", also sozusagen an der Domain-Besitzurkunde vorgenommen.

 

KK IST GRUNDLAGE DES UMZUGES

Bestätigt der alte Provider nun, daß sein Kunde ihn verlassen hat, so kann das DeNIC die vom neuen Provider beantragten Änderungen vornehmen.

Hat der alte Provider allerdings Einwände gegen den Wechsel, so erhält der neue Provider eine NACK-Meldung - Not Acknowledged: Der Domainumzug wird abgelehnt!

Und genau dieses ist beim WWW-Discount wohl die Regel! Als Begründung für dieses Vorgehen werden in aller Regel nicht bezahlte Rechnungen genannt.

Dabei können einige der Kunden definitiv nachweisen, daß sie den Forderungen nachgekommen sind. Teilweise sogar schon im Voraus!

Telefonische Anfragen an den Betreiber des Unternehmens mit Sitz in Königswinter scheitern regelmäßig. Zumindest unter den angegebenen Telefonnummern.

 

WAS TUN?

Die Frage ist nun, wie sich ein Kunde in einem solchen Fall verhalten soll.

Es ist wohl kaum eine verlockende Aussicht, unter erpresserischem Druck weiterhin Kunde des Unternehmens zu bleiben.

Und noch weniger schön ist es, wenn - wie gerade geschehen - der Server eines Discount-Kunden plötzlich leergefegt wird und auf der Startseite nur noch Werbung für den WWW-Discount zu finden ist.

Noch dazu, wenn diese Site, deren Namen auf Bitten des Betreibers nicht genannt wird, gut frequentiert war: ca. 600 Visits konnte der Besitzer täglich verbuchen.

Heute dagegen findet man unter dieser Adresse nur Werbung für den Discounter und den Hinweis auf ein neues Angebot des Billigproviders, das zufälligerweise dem des wahren Domain-Besitzers gleicht: Eine Chat-Site.

Dieses dreiste Verhalten ist nun wirklich nicht mehr durch Fahrlässigkeit oder Ähnliches entschuldbar.

 

RECHTLICHE MASSNAHMEN

Der Domain-Besitzer könnte sich zwar gerichtlich zu Wehr setzen, aber bis diese Maßnahme Erfolg zeigt, ist ein Großteil der von ihm bisher versorgten Onliner zu anderen Anbietern abgewandert.

WWW-Discount ist kein Mitglied des IV-DeNIC und muß daher in Sachen Domainverwaltung auf die Hilfe eines anderen Providers zurückgreifen: Ratiokontakt (vertrieb@ratiokontakt.de) im bayerischen Hallstadt.

Dieses Unternehmen wurde mehrfach von empörten Kunden des Discounters angesprochen und versucht nun nach eigenen Angaben zu vermitteln.

 

RATIOKONTAKT VERMITTELT

Ratiokontakt sieht sich nicht nur rechtlich in die Pflicht genommen. Man möchte als DeNIC-Mitglied auch dem Anspruch gerecht werden, die "Internet-Community", die Internet-Gemeinschaft also, zu vertreten.

Dies bedeutet auch, daß man versucht Konflikte aus eigener Kraft zu lösen. In diesem Sinne bietet sich Ratiokontakt trotz der noch nicht gerichtlich geklärten rechtlichen Situation als Vermittler an.

Kunden des WWW-Discount, deren KK-Antrag wie oben beschrieben abgelehnt wurde, sollten sich an Ratiokontakt wenden.

Dort wird man versuchen zu überprüfen, ob die Forderungen des Discounters der Wahrheit entsprechen und notfalls auf eigene Faust die Adressänderung vornehmen.

*

Intern.de Ausgabe 14/98 (09.07.98)

[Hinweis: Der gesamte Text dieser Seite ist ein Zitiat!]

 

Discount-Praktiken

Bereits im vergangenen Jahr berichteten wir über die Praktiken des Internet Presence Providers WWW-Discount, mit Sitz in Königswinter.

http://www.www-discount.de

 

DOMAINFREIGABE VERWEIGERT

Anlaß für diesen Beitrag waren die Beschwerden einiger Kunden des Dienstleisters, deren Domainnamen von dem Unternehmen nicht freigegeben wurden und die bei uns um Hilfe nachsuchten.

Bei allen Betroffenen zeigte sich damals das gleiche Handlungsmuster: Die Kunden hatten erst einen Vertrag mit dem Unternehmen geschlossen, verlockt von den teilweise lächerlich geringen Monatsgebühren für Web-Space (ab 6,90 DM/Monat).

Als sie dann aber - enttäuscht von schlechten Leistungen und Support - den Provider wechseln wollten, wurden die KK-Anträge der neuen Provider abgelehnt.

Hintergrund: Wenn ein Web-Space-Kunde den Provider wechselt, stellt der neue Provider über das Deutsche Network Information Center (DeNIC) einen KK-Antrag (Konnektivitäts-Koordination) an den alten Provider.

Der "alte" Provider beantwortet diesen Mail-Antrag üblicherweise mit einem ACK (Acknowledged) und der Domainname wandert zum neuen Provider.

Mit diesem Verfahren soll sichergestellt werden, daß keine unautorisierte Person den Domainnamen einer anderen Partei einfach stiehlt.

 

NACK: NOT ACKNOWLEDGED

Im Falle WWW-Discount lautete die Antwort auf den Antrag aber oft "NACK" (Not Acknowledged). Als Begründung wurden damals häufig nicht bezahlte Rechnungen der Kunden genannt.

Dies scheint sich nun erneut zu wiederholen: WWW-Discount kehrt zu seiner alten Praxis zurück und läßt seine Kunden nicht mehr los.

Wie wir aus mehreren Leserbriefen wissen, scheint es inzwischen aber auch noch andere Probleme zu geben: Viele der bei WWW-Discount gemieteten Rechner sind seit Wochen nicht konnektierbar, und die vielen angegebenen Service-Nummern sind nicht bzw. schwer erreichbar.

Nur das Rechnungswesen scheint zu funktionieren: Rechnungen kommen pünktlich ins Haus geflattert. Und wahrlich übereifrig ist das Unternehmen bei der Berechnung der Mehrwertsteuer, denn schon seit Januar wird eine Mehrwertsteuer in Höhe von 16 Prozent verlangt.

 

WER IST WWW-DISCOUNT?

Man fragt sich angesichts dieser Beschwerden zwangsläufig, wer eigentlich hinter diesem Unternehmen steht. Doch diese Frage ist nur schwer zu beantworten.

Eine Anfrage beim Gewerbeaufsichtsamt Königswinter bringt neben der Aussage "Oh Gott, schon wieder einer" nur die Erkenntnis, daß es sich um das Einzelunternehmen der Frau A.W. handelt.

Der Name "J.W." - offenbar der Sohn der Frau W. - taucht auch bei anderen Domainnamen des Unternehmens auf. Doch die Domain des Unternehmens (www-discount.de) ist auf den Namen D.J. eingetragen, der auch eingehende Fax-Anfragen beantwortet.

Dieser wiederum betätigt sich unter der Adresse IT-Agentur.de ebenfalls als Internet-Service-Provider, allerdings zu erheblich höheren Preisen als der WWW-Discount.

http://www.it-agentur.de/

Gleichzeitig taucht der Name D.J. aber auch als Admin-C der Domain webspacediscount.de auf, unter dem die Kölner GmbH WebSpace-Discount Medien-Dienstleistungen GmbH ihre Dienste zukünftig anbieten will. Geschäftsführerin und Gesellschafterin des Unternehmens: Frau W.

 

BÜRO IN KÖLN

Dieses Unternehmen residiert angeblich in einem Kölner Bürohaus, von dem auf den Seiten des WWW-Discount und auch der neugegründeten GmbH nur die Zeichnung eines Architektenbüros zu sehen ist.

http://infos.www-discount.de/kontakt.htm

Die Kölner Adresse wird auch als Firmensitz bei einer weiteren Domain des Unternehmens angegeben, www-discount.net.

http://internic.net/cgi-bin/whois?www-discount.net

Doch zumindest eine der dort zu findenden Angaben stimmt wiederum nicht: Die als "Billing Contact" angegebene Telefonnummer ist die des Kölner Herz-Jesu-Altenpflegeheimes, sofern man eine 0 an die Nummer anhängt.

Doch das ist noch nicht alles: Wie uns einer der vielen unzufriedenen Kunden des WWW-Discount, der Hamburger Matthias Faust (Atari-Computer), berichtet, ist das Unternehmen auch unter der Adresse des Kölner Unternehmens HWC GbR zu erreichen.

http://www.atari-computer.de/

Dafür scheint sich der oben erwähnte D.J. inzwischen aus dem Geschäft mit WWW-Discount zurückziehen zu wollen, denn dem DeNIC liegt ein Antrag vor, seinen Namen aus allen Domain-Records des Unternehmens zu löschen.

Die bisher aufgeführten Ungereimtheiten und Probleme dürften eines klarmachen: Ein Vertragsverhältnis mit dem Unternehmen WWW-Discount sollte man äußerst vorsichtig abwägen.

 

SELTSAME AGB

Dies zumal die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens inzwischen jeden Bezug zur Realität zu verlieren scheinen. So findet man in den neueren Verträgen eine Klausel, wonach beim Wechsel des Domainnamens zu einem anderen Provider eine Vertragsstrafe von 1.000.- DM fällig wird.

Doch wie sollen Kunden solcher Unternehmen mit dem Problem umgehen, wenn beispielsweise der Domainname bei einem angestrebten Provider-Wechseln nicht freigegeben wird?

Die letzte Konsequenz dürfte klar sein: Ein Gang zum Anwalt dürfte den Fall leicht klären. Doch bis eine gerichtliche Entscheidung getroffen wird, können Wochen vergehen. Und das ist in Internet-Dimensionen eine Ewigkeit.

Leichter dürfte es sein, sich direkt an die Provider des Discount-Providers zu wenden, denn WWW-Discount ist kein Mitglied der DeNIC e.G. und muß seine Domainanträge über Unternehmen abschließen, die der Genossenschaft angehören.

Im Fall des WWW-Discount erfolgt die Abwicklung des Domainkaufs zur Zeit über mehrere andere Provider, u.a. über Ratiokontakt und die Sontheimer Datentechnik GmbH.

http://www.ratiokontakt.de/

http://www.sdt.net/

Diese sicherlich seriöseren Unternehmen werden vermutlich kein Problem damit haben, die Domainübergabe selbst in die Hand zu nehmen.

Dies erfolgt aber nur dann problemlos, wenn bei der Domainbeantragung der Name des Kunden als Domainbesitzer angegeben wird.

 

ADMIN-C IST DOMAINBESITZER

Leider geben immer noch einige Provider bei der Domainbeantragung ihren eigenen Namen an, auch wenn dies den Vergabebedingungen des DeNIC widerspricht.

http://www.denic.de/vergabebestimmung.html

Dort steht unter der Überschrift "admin-C / Administrativer Kontakt": "(...) Sie/Er ist 'BesitzerIn' der Domain und für die Einrichtung von Subdomains und die Einhaltung des Namensrechts verantwortlich. Als solcher MUSS sie/er in der Organisation angesiedelt sein, für die diese Domain eingetragen wird."

Wer seine Domain über einen Provider anmeldet, sollte also unmittelbar nach der Anmeldung überprüfen, ob als "adminc" auch wirklich der eigene Name angegeben wurde. Am besten gleich durch eine Abfrage der Whois-Datenbank.

http://www.nic.de/whois.html

Sollten sich hier Probleme ergeben, so dürfte ein Anruf bei der DeNIC e.G. hilfreich sein. Wer sich die teuren Gesprächsgebühren (3,60 DM/Minute) sparen will, kann sein Anliegen auch als Mail schicken.

http://www.denic.de/

Recht@denic.de

 

NEUES DENIC-VERFAHREN

Überhaupt ist die DeNIC e.G., Frankfurt, eine gute Anlaufstelle für WWW-Discount-Kunden, denen der Wechsel des Domainnamens zu einem anderen Provider verwehrt wird.

Für diesen Fall, bietet die Genossenschaft der Provider seit neuestem noch eine weitere Möglichkeit: Domainnamen, die nach zwei KK-Anträgen immer noch nicht freigegeben werden, können gegen eine Schutzgebühr (200.- DM) auch gegen den Willen des "alten" Providers umziehen.

Geld, das bei einem etwas teureren Service Provider sicherlich sinnvoller angelegt gewesen wäre.

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