[23.12.05, fr, 22:00]
Die Volxbibel ist eine interessante, teilweise witzige Übertragung des Neuen Testamentes in ... - tja, in welche Sprache? Meine ist es nicht, denn ich verstehe den Sinne einiger Formulierungen nicht, brauchte eine Fußnote oder sehe in anderen Ausgaben nach, obwohl Martin Dreyer im Vorwort zu seiner Volxbibel schreibt:
Die Volxbibel ist ein Experiment [...]. Sie ist die erste deutsche Bibel, die versucht zu zeigen, wie Jesus möglicherweise heute geredet hätte, ohne seine Aussagen ins Lächerliche zu ziehen ohne ihnen die Schärfe zu nehmen.
Wenn das Ziel war, Jesus heute reden zu lassen, und man die Zeit von vor 2000 Jahren in die Gegenwart holt, ohne die damaligen Aussagen anzupassen, widerspreche ich aus der Überzeugung: weder Gott noch Jesus noch ihre Apostel oder Propheten würden heute so zu ihren Jüngern sprechen.
Im ersten Brief von Petrus 3,1 schreibt die Volxbibel:
So wie wir uns Jesus Christus unterordnen, sollen die Frauen sich auch ganz ihren Männern unterordnen und das tun, was sie sagen.
Ich kenne keine Frau, die sie ihrem Ehemann unterordnet.
Auch unterträglich finde ich, wenn aus "Skaven" oder "Knechten" in der Volxbibel "Angestellte und Arbeiter" werden.
Erste Brief von Petrus 2,18.19:
Alle Angestellten und Arbeiter sollen ihre Chefs die nötige Achtung entgegenbringen und tun, was sie sagen. Das betrifft jetzt nicht nur die netten Chefs, sondern auch die Sorte, die etwas seltsam unterwegs sind.
Es ist ein besonderes Geschenk, wenn jemand es schafft, trotz schlechter Behandlung einfach still zu bleiben, und den schlechten Umgang einfach erträgt.
Warum Sklaven sich ihrem Herren unterordnen sollen, kann ich nicht sagen, aber daß sich Angestellte alles gefallen lassen sollen, ist unvorstellbar.
Und genau darum muß dieses eine Vorhaben der Volxbibel - uns zu zeigen, wie Jesus heute reden würde - scheitern: Indem man einige "alte" Worte gegen "coole" oder "geile" oder "krasse" austauscht, verbreitet man keine Botschaft eines heutigen Jesus.
Dazu braucht es eines heutigen Propheten, der heute eine Botschaft Gottes empfängt!
Aber im Grunde dürfte sich diese Botschaft nicht auf eine Erweiterung des Alten und Neuen Testamentes zu einem Jetzigen Testament beschränken, sondern müßte Gottes heutige Gedanken verbreiten, beginnend bei der Schöpfungsgeschichte.
Denn wenn die Frau aus einer Rippe des Mannes geschaffen wurde, war sie doch von Anfang an nur ein Nebenprodukt des Mannes und ihre Unterordnung unter ihn gottgegeben.
Ich bin überzeugt, Gott hat seine damalige Botschaft den damailgen Menschen bzw. einer Gruppe von ihnen angepaßt.
Gott könnte einem seiner neuen Propheten sagen:
Damals, kurz nachdem ich die Menschen geschaffen hatte, glättete ich einige Botschaften, bevor ich sie den Menschen verkündete, um ihren schwachen Glauben zu stärken.
Ich vermute, Martin Dreyers Hauptanliegen beim Schreiben seiner Volxbibel war der Wunsnch, Interesse für Gotteswort bei Menschen zu wecken, die bisher die Bibel gemieden haben. Ob sich dieser Wunsch erfüllt, entscheidet keine akademische Betrachtung, sondern die Zielgruppe selbst.
Ich wünsche der Volxbibel eine weite Verbreitung und dem Autor Anerkennung und Erfolg.
Und freue mich bereits auf die Volxbibel Altes Testament.
[24.12.05, sa, 14:10]
Nach meinen grundlegenden Bemerkungen zur Volxbibel, möchte ich auf einige Einzelheiten eingehen.
In Matthäus 28,3 schreibt die Volxbibel:
Er leuchtete fast wie eine 5000-Watt-Halogenlampe und seine Klamotten waren weiß wie Schnee.
Um das Strahlen eines von Gottes Engeln zu veranschaulichen, wird aus einem Blitz eine 5000-Watt-Halogenlampe; der Schnee aber bleibt, obwohl ich schon lange keinen weißen Schnee mehr gesehen habe, sondern immer nur gräulichen.
Stahlendes Weiß sehe ich auf einer vor kurzem mit Alpinweiß getrichene Wand, oder wenn ich auf die blendenden Seiten der Volxbibel sehe, aber nicht beim Blick auf eben gefallenen Schnee.
Also entweder "Blitz und Schnee" oder "5000-Watt-Halogenlampe und Alpinweiß oder blende Seiten der Volxbibel oder ...".
Davon abgesehen: sind Xenonlampen nicht moderner? Halogenlampen hatte mein Auto vor 25 Jahren schon als Zusatzscheinwerfer.
[10.12.2012, mo, 20:40]
Weil ich auf der Seite nicht nur Fehler korrigiert, sondern den Text überarbeitet habe, lagere ich die vorherige Fassung: Volxbibel bis 09.12.2012.