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Tagebuch - Mai 2007

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Dienstag, 1. Mai 2007

[01.05.07, di, 2:35]

Bin ohne Wecker fast so aufgewacht, als würde ich auch heute 4 Uhr 36 die erste Runde mit dem Bus drehen.

Zum Glück trete ich heute nicht zum Praktikum an - der gestrige Tag hatte es in sich gehabt.

 

[3:30]

Ich lege mich wieder hin.

Wenn heute nicht erster Mai und Feiertag wäre, würde ich jetzt das Haus verlassen, um pünktlich mit dem Bus zur ersten Runde starten zu können.

Dann wäre ich gestern jedoch mindestens anderthalb Stunden eher ins Bett gegangen.

 

[8:00]

Ist doof, daß mein Telefonanschluß tot ist, nicht nur, weil ich heute gern surfen würde, sondern auch, weil ich online Miete usw. überweisen wollte.

 

[11:00]

Bin wieder fit.

Könnte locker den zweite großen Abschnitt fahren.

 

[12:00]

Ist das langweilig, ohne Internet oder Busfahren, denn Busfahren ist sowas wie Surfen in der realen Welt.

 

[12:15]

Ist aber nicht sehr unangenehm, Zeit zu haben: ich höre Musik und schreibe.

Außerdem optimiere ich meinen Praktikums-Tagesablauf.

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Freitag, 4. Mail 2007

[04.05.07, fr, 19:45]

Bin eben zu Hause angekommen: meine erste Praktikumswoche als Busfahrer auf mehreren Linien ist zu Ende.

 

[21:00]

Bin erschöpft und müde. Gehe ins Bett.

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Samstag, 5. Mai 2007

[05.05.07, sa, 3:30]

Kaum vorzustellen: es ist 3 Uhr 30, und ich habe ausgeschlafen.

Glaubt mein Körper zu fühlen. Tatsächlich vermutet er wohl, verschlafen zu haben.

Wie auch immer: ich bin ohne äußere Einflüsse eine halbe Stunde, nachdem ich die letzten Tage aufgestanden bin, aufgewacht.

 

[18:00]

Hab Ian Fleming's "Fhunderball" bestellt.

Die deutsche Ausgabe "Feuerball" (als einzig berechtigte Übertragung aus dem Englischen von Willy Thaler) hab ich bereite vor Jahren gekauft.

 

[18:30]

Hab bis 17 Uhr 30 fast nur geschlafen, bin nur kurz zum Wäschewaschen und Einkaufen aufgestanden.

Meine erste Praktikumswoche als Busfahrer hat mir zwar sehr viel Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend. Nicht zuletzt, weil ich keinen Tag (außer dem Feiertag 1. Mai, an dem ich nicht arbeitete) keine acht Stunden schalfen konnte.

Am Freitag waren es nur fünf, weil ich während der langen Pause von 9 bis 12 Uhr mit dem Bus in der Werkstatt war, beim Tanken und die Einnahmen abrechnete und auf das kleine Schläfchen, für das sonst Zeit ist, verzichten mußte.

Außerdem war es die ganze Woche sehr heiß, weshalb es im Bus ohne Klimaanlage noch heißer war. Das hat mich zusätzlich ausgelaugt.

Trotzdem hab ich auch am Freitag während des Busfahres vor mich her gesummt oder leise gesungen, weil ich so gute Laune hatte.

Ich und während der Arbeit gute Laune - das hat es wohl noch nie gegeben!

Ähnlich viel Spaß hat mir das Panzerfahren gemacht. Allerdings hat mir die Armee selbst sehr zugesetzt und mich sehr geärgert.

Viele Freude macht mir auch der Umgang mit der Kasse, die ich noch von den Kassierern kenne, die sie umgehängt hatten: mehrere zylindrige Fächer für Kleingeld, die beim runterdrücken von Tasten ein oder mehrere Geldstücke nach unten in einen kleinen Sammelbehälter fallen lassen.

Selbstverständlich reiße ich die Fahrscheine nicht mehr von Blöcken ab, sondern lasse sie für jedes Fahrziel drucken: das RBL sagt der Kasse, an welcher Haltestelle ich mich befinde, ich gebe den Zielort ein, und die Kasse zeigt mir den Preis an. Ich drücke Enten und drucke den Fahrschein.

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Sonntag, 6. Mai 2007

[06.05.07, so, 10:00]

Gestern träumte ich in jedem Traum mehr oder weniger vom Busfahren, teilweise auch mich belastende Dinge, und spülte meine Seele frei für die neue Woche.

Eben träumte ich, ich habe eine Medikament entwickelt, das unter Butter gemischt, mit jedem Brotaufstrich zu sich genommen wird, also stärker wirkt, je mehr Stullen man ißt.

Diese Medikament baut im menschlichen Körper Fett ab, das als energiegeladenes Gas ausgeamtet wird und durch einen Filter aufgefangen werden kann.

Verwenden kann man das Gas als Antriebsenergie für Motore, die Gas verbrennen können.

Das Prinzip ist ungefähr so, als würde man der Atemluft eines Betrunkenen das Alkoholgas entziehen und später wieder zu Alkohol machen.

Durch meine Erfindung werden die Dicken zu Rettern von Erdöl- und Erdgasvorkommen und zu Schützern des Klimas, denn das Fettenergiegas verbrennt fast ohne Schadstoffe, weil diese zuvor ganz normal ausgeatmet wurden.

 

[10:45]

Zwar weiß ich nicht, wie ich zu diesem Traum kommen, aber er zeigt mir, daß ich meine Woche Busfahrpraktikum verarbeitet und für eine neue oder für Neues bereit bin.

Zuerst muß ich jedoch die Treppe wischen, denn in der Woche werde ich dazu keine Zeit haben.

 

[12:00]

Wieso ich diesen Traum hatte, weiß ich nicht.

Habe mich nicht mit dem Thema beschäftigt, sondern am Wochenende Helger Schneiders Film "Jazzclub" gesehen und in Ian Fleming's "Feuerball" gelesen.

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Samstag, 12. Mai 2007

[12.05.07, sa, 17:00]

Bus zu fahren, macht mir noch immer sehr viel Spaß!

Aber ich habe nicht mehr so viel freie Zeit, kann also auch nur weniger in meiner Homepage schreiben.

Nächste Woche fahre ich nur drei Tage. Sicherlich werde ich dann mehr über mein neues Leben berichten.

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Sonntag, 13. Mai 2007

[13.05.07, so, 20:00]

Hab am Wochenende wieder lange geschlafen. Außerdem in Thomas Pynchon's "Mason & Dixon" englischer und deutscher Ausgabe gelesen.

Zudem noch mehrere Mails geschrieben.

Dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei.

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Mittwoch, 16. Mai 2007

[16.05.07, mi, 20:00]

Wieder hatte ich sehr schöne Arbeitstag.

Noch nie war ich am Ende eines Tages so glücklich von meine Tätigkeit, die ich eigentlich ausübe, damit andere Geld verdienen, wie beim Busfahren.

Arbeit dürfte ich das gar nicht nennen, denn nicht viele, wenn ich ihre Bericht anhöre, haben ich ihre Freizeit soviel Spaß wie ich beim Arbeiten.

Im Grunde mache ich das, was ich immer auf meinen Reisen gemacht habe: morgens im Dunkeln mit einem fetten Auto loszufahren, um über den Tag die Gegend zu erkunden; zwischendurch rede ich mal mit Leuten.

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Donnerstag, 17. Mai 2007 - Herrentag

[17.05.07, do, 5:45]

Ich bin munter, nachdem ich neun Stunden geschlafen habe.

 

[8:00]

Hab Wäsche gewaschen, Mail geschrieben.

Jetzt höre und sehe ich wieder Peter Gabriel's DVD "Growing Up Live", die gestern von der Post gebracht wurde.

Besonders angetan bin ich von "Darkness". Der Titel erinnert mich an seinen ruhigen, sanften Stellen an einen meiner, ist aber sehr viel ausgereifter und erreicht tiefste und zarteste Orte meiner Seele wie selten ein fremdes Lied oder ein anderer Mensch.

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Samstag, 19. Mai 2007

[19.05.07, sa, 10:00]

Schon wieder Wochenende!

Durch den Feiertag am Donnerstag, fühlt es sich für mich an, als würde ich schon die dritte Woche Bus gefahren sein und jetzt ins dritte Wochenende gehen.

 

[10:25]

Nach einem netten Gästebuch-Kontakt habe ich seit Oktober meine Wäsche mit flüssigem Persil gewaschen (siehe Eintrag vom 30.10.07, 18 Uhr 30).

Als ich erfuhr, daß füssige Waschmittel weniger umweltschonend sind und vor allen Dingen keine Bleichmittel enthalten, wasche ich seit vorigen Monat meine Kochwäsche mit einem Pulver-Waschmittel, das ich bei ALDI kaufte.

Das ist deutlich billiger und macht meine Wäsche wieder sehr schön weiß.

Mein Buntwäsche-Waschmittel werde ich umstellen, wenn das flüssige aufgebraucht ist.

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Sonntag, 27. Mai 2007 - Pfingsten

[27.05.07, so, 8:30]

Auch gestern bin ich Bus gefahren, das erstemal einen Samstagsdienst.

Zu anderen Dingen bin ich in dieser Woche kaum gekommen. Mein Leben vor dem Busfahren gibt es nicht mehr, weil ich dafür keine Zeit habe.

Ich meine wirklich keine Zeit, nicht, ich mag es nicht mehr.

Zum Glück fahre ich noch immer sehr gern Bus. Ansonsten hätte ich mein Praktikum abgebrochen.

 

Bus zu fahren scheint mein Kindheitstraum zu sein, den mir allerdings meine Mutter mit den vermuteten Worten "Bus fahren kann jeder, die meisten Busfahrer sind doof, du wirst etwas Besseres, du studierst einmal" so stark ausgeredet hat, daß erst jetzt, da ich Busfahrer bin, kleine Erinnerungen an meinen Kindheitsberufswunsch auftauchen.

Im Grunde bin ich jeden Tag, an dem ich einen Bus anlasse und mit ihm fahre, der kleine Junge, der Busfahrer bewundert und endlich, nach über 40 Jahren, ein Busfahrer sein darf.

 

[15:30]

Daß mir Busfahren noch immer Spaß macht, betone ich deshalb immer wieder, weil die Arbeitszeit mörderisch und Spaß tötet: Um 3 Uhr stehe ich auf, und erst um 19 Uhr bin ich wieder zu Hause, bin also 16 Stunden auf den Beinen, um zu arbeiten.

Rechne ich die Pause von 9 bis 11 Uhr 30 heraus, die ich habe, wenn ich nicht in die Werkstatt muß oder anderes zu erledigen ist, verringert sich mein zeitlicher Aufwand nicht merklich, denn 13,5 Stunden sind mehr als die Hälfte vom Tag.

Die Vor- und Nachbereitungen will ich nicht vergessen: Stulle machen, Wäsche waschen, einkaufen, Treppe wischen ...

Im Grunde habe ich die ganze Woche zu tun, mich bereit für die Arbeit zu machen.

Zum Glück muß ich nicht Bus fahren, sondern darf es.

 

[18:30]

Peter Gabriel aus der DVD "Growing Up Live" mit den Liedern "Here comes the flood" und "Darkness".

 

[19:00]

Ich staune, ich habe schon wieder Kraft und kann zu Peter's Musik toben.

 

[19:30]

"Sky Blue" und "Downside Up".

 

[19:45]

Busfahren ist für mich eigentlich keine Arbeit, sondern Anregung für meine neuen Projekte.

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Montag, 28. Mai 2007 - Pfingsten

[28.05.07, mo, 6:45]

Gestern hab ich einen Fisheye-Konverter getestet.

Er liefert an meiner Digitalen (Brennweitenverlängerung Faktor 1,5) ein rundes Bild, blickt aber mit kleinerem Winkel als mein 8-mm-Fisheye an derselben Kamera.

Dabei war der Satz:

Je nach Kameramodell ist ein Bildwinkel von bis zu 180 Grad möglich.

das ausschlaggebende Kaufargument.

Das ist sehr geschönt, denn auch ohne Kamera blickt der Konverter in keinen größeren Winkel.

Nun bleibt mir also, wenn ich weiterhin Fotos mit einem Blickwinkel von 180 Grad machen will, eine Vollformat-Kamera (24 x 36 mm, keine Brennweitenverlängerung) mit einem 8-mm-Fisheye auszurüsten.

Mit einer analogen funktioniert das gut, allerdings ist die Bildqualität, nachdem das Fotos digitalisiert wurde, nicht akzeptabel.

Also bin ich wieder bei einer digitalen Vollformat-Kamera, die aber noch immer mit rund 2.200 Euro für ein neues und rund 1.800 Euro für ein leicht gebrauchtes Exemplar sehr teuer ist.

Dazu brauchte ich dann auch noch ein 8-mm-Fisheye von Sigma, das einen Abbildungskreis von 23 mm hat und auf Vollformat wirklich ein rundes Bild liefert, nicht wie mein Peleng, bei dessen Abbildungskreis von 24 mm dem Bilde oben und unten etwas abgeschnitten wird.

Jedenfalls bei einem analogen Foto - an einer digitalen Vollformat-Kamera habe ich es noch nicht ausprobiert.

Hier sehe Sie ein digitalisierten Foto, aufgenommen mit einer analogen Kleinbild-Kamera und einem Fisheye Peleng 8 mm:

Fisheye Peleng 8 mm Kleinbild

Deutlich zu sehen der Abschnitt ober und unten am Bild, ansonsten ein Blickwinkel von 180 Grad horizontal.

Der Abschnitt wäre zu verschmerzen, weil, was oben und unter gezeigt würde, ohne Bedeutung ist.

 

Hier das gleiche Motiv, aufgenommen mit einer Digitalen (Brennweitenverlängerung 1,5) und demselben Fisheye:

Fisheye Peleng 8 mm Crop 1,5

So schön auch der große Blickwinkel ist, es fehlen jedoch in der Breite zwei Stücke (links und rechts), um den Blick ins Endlose schweifen zu lassen.

Das ist, anders als der Abschnitt oben und unten, sehr ärgerlich.

 

[11:00]

Außerdem hatte ich mich sehr gefreut, über Pfingsten endlich einige Motive digital festzuhalten, aber schon bei ersten kleinen Test am Mittwoch ahnte ich, der Fisheye-Konverter würde zwar ein rundes Bild liefern, aber nicht mit einem Blickwinkel von 180 Grad schauen.

Deshalb freute ich mich, auch am Samstag Bus fahren zu können.

Daß ausgerechnet Pfingsten das Wetter beschissen wird, macht meine Stimmung zwar nicht besser, läßt mich aber nicht so traurig sein, noch länger auf das Erfüllen meines Wunsches warten zu müssen. Immerhin träume ich schon seit Dezember 2005 davon, digital mit einem Blickwinkeln von 180 Grad zu fotografieren.

 

[12:00]

Selbstverständlich kann er auch größer sein - aber das wird dann noch teurer.

Wenn ich digital mit einem Blickwinkel von 180 Grad fotografieren kann, werde ich zufrieden sein.

 

[13:15]

Die letzten Tage habe ich in folgendem Faksimile-Druck gelesen:

Wundersame
Reisen
zu Wassr und zu Lande,
Feldzüge und lustige Abentheuer
des
Freyherrn von Müchhausen
wie er dieselben bey der Flasche im Cirkel
seiner Freunde selbst zu erzählen
pflegt.

Aus dem Englischen nach der neusten Ausgabe
übersetzt, hier und da erweitert und mit noch
mehr Kupfern gezirrt.

London 1786.

 

Kennenlernen wollte ich an einem Original, wie man um 1786 schrieb, in der Zeit, die Thomas Pynchon's Roman "Mason & Dixon" beschreibt, wofür er sich in der Schriftsprache von damals mühte.

Aufgefallen war mich schon beim Lesen des Simplicissimus, den ich in einem Nachdruck der Ausgabe von 1669, herausgegeben vom Max Niemeyer Verlag Tübingen, habe, daß man nicht immer geschachtelt, abgehoben oder geschwollen schrieb, sondern nur in Einleitungen oder um etwas spannender zu machen.

Gab man wörtliche Rede wieder oder äußerte zwischendurch einen Gedanken, schrieb man klar, schlicht und verständlich.

Vielleicht gab mancher sich hin und wieder einfach vornehm bzw. adlig, oder mußte sich so geben, so wie man sich auch heute noch einen abbricht, wenn man einem Vorgesetzten Dank huldigt.

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Mittwoch, 30. Mai 2007

[30.05.07, mi, 20:15]

Peter Gabrial's "Signal to Noise".

Gute Nacht.

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