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Tagebuch - Juni 2002

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[01.06.02, sa, 3:22]

Wenn ich meine 35-Euro-Laufhose sehe, muß ich lächeln und freue mich auf meinen nächsten Lauf, der leider erst am Sonntag sein wird.

 

[3:51]

Mir ist wie Sonntag. Ich habe etwas an meiner Homepage gearbeitet, bin wieder müde und könnte ins Bett gehen und sofort einschlafen.

 

[6:16]

Jetzt ist endlich wieder Wochenende!

 

[6:30]

Habe eine Seite angelegt: Körperumfänge.

 

[6:41]

Die FAZ von heute schreibt im Kommentar "Haushaltssperre":

"Vor vier Jahren war die Stimmung gegen den Kanzler, heute sind es die Tatsachen."

Wenn das nicht so traurig wäre, würde ich sagen, die Pointe sitzt.

 

[13:55]

Ich habe wieder mal eine Sicherheitkopie meiner Daten auf CD gebrannt und mein Datenverzeichnis abgespeckt.

Leider wußte ich nicht mehr vollständig, wie man CDs brennt. Ich sollte vielleicht nicht nur alle 4 Monate meinen Brenner benutzen.

 

[16:15]

Heute ist mir irgendwie langweilig.

 

[19:32]

Oh, is mir heute langweilig!

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[02.06.02, so, 6:03]

Ich bin durch einen Traum aufgewacht.

Ich sitze als Erwachsener auf unserem Plumsklo in der Crimmitschauer Glauchauer Landstraße 7 und denke, so schlimm war das damals ja gar nicht. Plötzlich sehe ich, daß die Jauchegrube randvoll ist, überschwappt und der Inhalt meine Schuhe umspült. Ich schreie, springen auf und stoße dabei die Tür auf. Meine Hose bleibt hängen, als ich sie hochziehen will. Ich höre die Wirtin (wir wohnten über einer Kneipe) ruften, was los sei, und sie die Treppe zum Hof runterkommen. Da wache ich auf.

Es war also doch schlimm für mich, damals als 5 bis 9 Jahre alt war. Und ich habe ich oft sehr geschämt.

 

[6:46]

Ich habe eigentlich noch keine rechte Lust zum Laufen, aber es scheint heute wieder warm zu werden.

Ich werde also jetzt gemütlich loslaufen, nachdem ich mich erwärmt habe.

Wie weit ich auf meiner Strecke am Wasser laufe, weiß ich noch nicht. Ich bin ja erst am Donnerstag, 30.05.02, bei meinem 55. Lauf 17,5 Kilometer gelaufen.

Ich fühle mich seit gestern schon wieder fit, will es aber auch nicht übertreiben.

Am Dienstag kann ich aber wieder nicht laufen. Ich werde endlich zur Polizei gehen müssen.

Irgendwie reizt es mich ja, die 20 Kilometer auszuprobieren ...

 

[8:39]

Ich bin zurück und war stark genug, nur 10,5, nicht 20 Kilometer zu laufen.

 

[8:57]

Ich habe während meines 10,5-Kilometer-Laufes nicht mal 500 Gramm Gewicht verloren. Das finde ich frustrierend. Ich kann doch nicht immer 15 oder mehr Kilometer laufen, um mal wieder richtig zu schwitzen und Energie zu verbrauchen.

 

[9:15]

S. hat angerufen.

Ich werde morgen nach dem Exprak zu ihr fahren, damit sie endlich Waldforscherin sein kann.

Der Termin am Donnerstag hat leider nicht geklappt.

 

[10:02]

Lief sich toll in meiner Laufhose, auch wenn ich den Bund umschlagen mußte, damit sie stramm sitzt, wenn unter meinen Bauch rutscht.

Im Schritt und an den Schenkeln saß sie aber gut: keine Gefahr, mich aufzuscheuern.

 

[12:00]

Eine gute Zeit für einen Mittagsschlaf, oder? ;-))

 

[15:00]

Ich werde jetzt "1000 Pferde für die Queen" sehen, eine Reportage der ARD zum 50. Thronjubiläum der Queen.

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[03.06.02, mo, 10:38]

Ich habe schön von 7 bis 10 Uhr 20 geschlafen.

Kurz vor dem Aufwachen von einem Plan der Evolution geträumt. Leider kann ich mich an Einzelheiten nicht mehr erinnern.

 

[10:42]

Am Samstag hab ich den Überweisungsschein für die Rückmeldung zum Wintersemester erhalten.

 

[10:56]

Auf meiner Rückmeldung steht "Gebühren für Lehrerweiterbildung - 51,13 Euro".

Das löste ein großes Fragezeichen aus. Aber der Mittelteil der Rückmeldung ist für alles Studenten. Die 51,13 Euro sind nicht in meiner Summe enthalten.

 

[11:45]

Habe mein Haupthaar geschnitten.

Wieder sehr kurz. Durch meine halbe Glatze habe ich ja auch nicht viele Möglichkeiten einer Frisur.

Sehr kurze Haare schnitt ich mir das erste Mal, als ich in der Lehre wahr, 1977/78. Damals trug man die Haare eigentlich lang, aber ich wollte eben "Igel" haben.

 

[14:00]

Ich fahre zur Uni zum Exprak.

Danach werde ich zu S. fahren.

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[04.06.02, di, 10:00]

Gestern bin ich erst gegen 23 Uhr ins Bett gekommen und habe heute von 6 bis 10 Uhr tief geschlafen.

 

[10:21]

Ich starte zum Lauf. Gemütlich, denn so richtig munter bin ich noch nicht.

 

[12:10]

Ich bin zurück.

 

[13:15]

Habe die Feierlichkeiten zur 50. Thronjubiläum verfolgt. Werde mich jetzt hinlegen. Mir ist zu warm.

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[05.06.02, mi, 11:56]

Mann, wie die Zeit vergeht! Ich muß ja gleich wieder zum Bus, damit ich pünktlich zur Statistik-Übung komme.

 

[12:05]

Heute morgen habe ich einen Versuch zu um 11 abgesagt, weil ich mitten in meiner Nacht hätte aufstehen müssen. Gerade wenn es heiß ist, schlafe ich erst richtig in der Morgenkühle nach der Zeitungstour.

Vielleicht kann ich ja nach der Statistik-Übung, wie es ursprünglich geplant war, noch Versuchsperson sein.

 

[16:00]

Hat alles gut geklappt!

Jetzt mache ich bis nächsten Mittwoch Ferien!

Leider muß ich bis zum 20.06.02 mit 20 Euro auskommen, so daß ich nicht mal Eis essen kann. Mein letztes Eis habe ich eben aus dem Tiefkühlschrank geholt.

 

[20:50]

Ich bin froh, daß ich heute so umdisponiert habe. So habe ich ausgeschlafen und war für Statistik fit. Den Versuch habe ich danach gemacht.

 

[20:57]

Ich werde keine Gegenanzeige machen, um mich gegen die Anzeige der Frau zu wehren, die mich anzeigte, weil ich zu ihrem blöden Hund gesagte, er soll endlich seine blöde Klappe halten (siehe 29.05.02).

Ich mag solche Aktionen nicht, und ich habe auch besseres zu tun.

Bisher habe ich nur einmal jemand angezeigt. Es waren zwei Herren, die mich gemeinsam zusammengeschlagen haben. Das war Mitte der 80er Jahre.

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[06.06.02, do, 11:30]

Habe bei der Polizei angerufen und den Termin meiner Stellungnahme auf Dienstag, 25.06.02, 12 Uhr gelegt.

 

[13:22]

Habe eben die Hausordnung gemacht.

Dabei kam der blöde Hund und seine "Oma" die Treppe rauf. Klar ist mir wieder mal geworden, daß nicht der Hund am wenigsten blöd in der Familie ist.

Außerdem sah ich meine zweite "Beleidigung", die Frau des Hundes wird ihrer Mutter immer ähnlicher, bestätigt. Ist mir schlecht geworden!

Vor dem Essen habe ich mit dem Herren gesprochen, mit dem ich mich damals unterhielt (er auf seinem Balkon, ich vor der Haustür). Er bestätigte, außer, der blöde Hunde soll endlich seine Klappe halten und die Hundebesitzerin würde ihrer Mutter immer ähnlicher, habe ich nichts zu bemerken gehabt.

Ich bin gespannt, welche Beleidigungen ich vorgetragen haben soll.

 

[17:00]

Es regent.

Ich bin froh, daß ich neben der Treppe nicht auch das Fenster geputzt habe.

 

[17:29]

Ich habe ein Probeabo der Süddeutschen Zeitungen bestellt.

 

[22:15]

Obwohl ich die FAZ sehr gern lese?

Ja. Die öffentlichen Auseinandersetzungen um den neuen Roman Martin Walsers "Tod eines Kritikers" (wird im Suhrkamp-Verlag erscheinen), die mit einem der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, begonnen hat, machen mich sehr nachdenklich.

Die Süddeutsche Zeitung scheint die einzige große deutsche Tageszeitung zu sein, in der Walser nicht Antisemitismus vorgeworden wird. Deshalb habe ich heute in der Onlineausgabe mehrer Artikel zum Thema gelesen und ein Probeabo bestellt.

Ich möchte mich gern zum Thema äußern, bin mir aber nicht sicher, ob ich nicht dadurch in eine Ecke gedrängt werde, in der ich nicht bin.

Außerdem schätze ich Herrn Schirrmacher nicht, außer als "Scharfmacher". Wenn in der FAZ nur Artikel erscheinen würden, wie sie Herr Schirrmacher hin und wieder veröffentlicht, bereits schon vor deinem Offenen Brief an Martin Walser, würde ich die Zeitung nicht mehr abonnieren.

Ich habe überlegt, Martin Walser könnte alles Jüdische der Figur des Kritikers Ehrl-König streichen, und schon würde niemand ihm Antisemitismus vorwerfen können. Dann dachte ich aber, vielleicht ist eben gerade genau das ein Thema des Buches: Als Deutscher darfst du jeden kritisieren, aber er sollten keine Juden sein.

(Wer Präsident Bushs Anti-Terror-Politik nicht teilt, wird auch verdächtigt, antiamerikanisch zu sein.)

Ich könnte mich auch zum Streit zwischen Jürgen Möllemann und Michel Friedmann äußern, aber ich mag Herrn Friedmann nicht.

Ich kenne ihn schon einige Zeit aus seiner Talkshow. Daß er Jude ist und Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, weiß ich erst seit einigen Tagen.

Wie er in seiner Talkshow seine Gäste behandelt, veranschlaßt mich immer wieder, die Sendung, wenn ich in sie gerate, zu verlassen.

Ich erinnere deutlich, als Wolfgang Schäuble eingeladen war. Während ich am Fernsehrer schon wütend hoch- und runtersprang wegen der arroganten Art Friedmanns gegenüber Schäuble, blieb dieser gelassen und beantwortete weiterhin freundlich Friedmanns Fragen, sofern er nicht durch ihn unterbrochen wurde.

War ich, als ich Herrn Friedmann beschimpfte, ein Antisemit? Nein, denn ich wußte nicht, daß er Jude ist.

Bin ich jetzt einer, weil ich sein Auftreten kritisiere, obwohl ich weiß, daß er Jude ist? Ich hoffe, nicht.

Und hier liegt wohl eins der Probleme, die Walser in seiner Rede in der Paulskriche 1998 angesprochen hat.

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[07.06.02, fr, 10:39]

Gestern abend habe ich Columbo gesehen.

Der Film "Zwei Leichen und Columbo in der Lederjacke", USA 1994, fand ich sehr gut gespielt.

Die Dialoge und die Darstellungen der Charakter haben mich sehr amüsiert.

Ich habe den Film sehr genossen, obwohl ich ihn schon oft gesehen hatte.

 

[12:12]

Ich dachte, ich habe sie Esra geschenkt, aber ich habe die gebundene Ausgabe Martin Walser's "Die Verteidigung der Kindheit" gefunden, die ich 1991 für 45 D-Mark kaufte, bisher aber nur angelesen habe.

 

[18:33]

Morgen muß ich einkaufen, sonst habe ich am Wochenende nichts zu essen. Ich muß noch zwei Wochen mit 20 Euro auskommen. So schlecht ging es mir finanziell lange nicht mehr.

Dabei ist das nicht mal mein Verschulden. Vodafone bucht wieder vor der Zeit ab, dabei dachte ich, sie seien endlich wieder im Rhythmus.

Und ich habe noch eine Abbuchung von 60 Euro erledigt, die ich auch später hätte machen können, weil ich dachte, ich komme gut bis zum Geldtag. Die Laufhose mußte ich kaufen, damit ich mich nicht mehr wundscheure (35 Euro).

Aber da flattert die Vodafone-Rechnung ins Haus und teilt mit, daß am 11. statt am 23. abgebucht wird.

48 Euro sind für mich viel Geld. Davon lebe ich normalerweise zwei Wochen. Mit Eis und so.

Für meinen Lebensunterhalt außerhalb meiner Fixkosten habe ich pro Monat 100 Euro eingeplant. Das ist nicht nur Essen, Trinken, Nascherei mit drin, sondern auch Wasch- und Putzmittel und so.

 

[21:00]

Esra hat kurz nach 19 Uhr 30 angerufen. Wir haben bis jetzt über Gott und die Welt gesprochen. Auch über ihr Praktikum in einer psychotherapeutischen Tagesklinik.

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[08.06.02, sa, 7:03]

Ich habe eine Mail bekommen, die mich in meinen Aussagen zu Herrn Friedmann unterstützt.

Das freut mich, habe ich doch lange überlegt, meine Bemerkungen öffentlich zu machen.

Der Schreiber bringt einen interessanten Gedanken ein:

"Ich habe noch nie gehört, dass jemand, der Gregor Gysi nicht leiden mag oder ihn bzw. seine Politik kritisiert, als Antisemit bezeichnet wurde. Wenn Herr Friedmann Kritiker der israelischen Politik oder Scharon in die antisemitische Ecke stellt, müsste er im Umkehrschluss auch Gysi-Kritiker als Antisemiten abtun ..."

Ich habe auch noch nie gehört, daß Gysi-Kritiker als Antisemiten bezeichnet wurden. Das liegt zuerst wohl daran, daß Gregor Gysi selbst diesen Vorwurf nicht erhoben hat.

Ich frage mich, wenn er ihn machen würde, wie die Leute, die jetzt mit Herrn Friedmann eine Front bilden, sich verhalten würden.

 

[11:33]

Bin eben aufgewacht. Na ja, ist ja auch Samstag.

Heute morgen bin ich das erste Mal seit langer Zeit nicht zum Weckerklingeln aufgestanden, sondern habe es rund eine Stunde später noch einmal klingeln lassen, weshalb sich mein jetziger Aufwachpunkt zu gestern auch um eine Stunden nach hinten verschoben hat.

Wenn ich am Mittwoch wieder zur Uni gehe, muß ich aber eher aus den Federn kommen, um nicht zu spät zur Statistikübung zu kommen.

 

[12:17]

Ich MUSS jetzt in die Stadt zum Einkaufen, sonst habe ich übers Wochenende nichts zu essen. Nicht mal mehr Brot.

 

[14:12]

Ich bin zurück.

Mein Ausflug hat mir irgendwie keinen Spaß gemacht.

Den Buchladen habe ich nach wenigen Augenblicken - als ich gesehen hatte, daß eine breite Auswahl Bücher Martin Walsers vorhanden ist - wieder verlassen. Nach Uhren zu sehen, hat mich auch nicht begeistert.

So bin ich etwas durch die Stadt gelaufen, um im Markt-Center einzukaufen, und habe irgendwie fast immer an S. gedacht.

 

[23:21]

Heute habe ich Madonna's RAY OF LIGHT gehört, die Texte mitgelesen und mitgesungen.

[anmerkung am 04.02.03, di, 16:35: ich kann nicht mehr herausfinden, wann ich die cd gekauft habe; sie hat 16,99 euro gekostet.]

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[09.06.02, so, 6:32]

Hat es gestern und vorgestern noch geregnet, scheint jetzt die Sonne. Ich hoffe, es wird nicht gleich wieder zu warm, denn ich will gleich zu meinem 58. Lauf starten und vielleicht das erste Mal in meinem Leben 20 Kilometer laufen.

 

[7:17]

Ich starte gleich.

Ich hoffe, mein Durchfall - nichts schlimmes, hab mich nur etwas verkühlt -, den ich gestern und heute morgen hatte, legt sich beim Laufen.

 

[10:59]

Ich bin zurück. Habe aber noch etwas mit jemand aus dem Haus gequasselt.

Habe bei meinem 58. Lauf zwei neue Rekorde aufgestellt: 20,5 km - meine bisher längste Strecke, 2:30 h - meine bis längste gelaufene Zeit.

 

[13:00]

Ich mache erstmal Mittagsschlaf.

 

[15:45]

Ich habe ausgeschlafen.

Na ja, nicht so richtig, aber ich bin aufgewacht. Ich fühle mich aber gut. Nichts tut mir weh, obwohl die 20 1/2 Kilometer heute morgen ein ganz schöner Ritt waren.

Als erstes dachte ich an meine Gedanken während des Laufens. Fast die ganze Zeit dachte ich an Sex. Vielleicht ist sind die 2 1/3 Stunden deshalb so schnell vergangen ;-)).

Nein, war auch so ein sehr schöner Lauf.

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[10.06.02, mo, 10:17]

Das war ja wieder merkwürdig: Während S. bei mir anruft und auf den Anrufbeantworter spricht (beides ist stumm gestellt), wache ich auf.

Leider war ich so verschlafen, daß ich auf "abhören" drückte, während sie noch sprach, weshalb ich das Gespräch unterbrach... Ich habe sie aber gleich angerufen.

 

[14:15]

Ich bin wieder mal aufgewacht, weil ich Hunger hatte.

Heute morgen konnte ich nicht richtig schlafen, weil der Herr neben mir, der seit über einem Jahr einzieht, an der Wand geschabt hat. Dann "weckte" mich der Anruf von S. Dann der Hunger.

 

[16:00]

Ob ich mich noch mal hinlege? Ich bin nämlich immer noch müde.

 

[19:09]

Ich habe noch mal fast zwei Stunden tief geschlafen.

 

[21:27]

Ich bin schon wieder müde und werde gleich wieder ins Bett gehen.

 

[21:40]

Ich begreife und fühle allmählich, daß S. und ich nicht näher als jetzt zusammenkommen werden.

Die Frage nach dem Warum stellt sich nicht. Antworten würden nichts verändern.

Es tut mir weh, zu spüren, daß ich Freund, nicht Liebster bin, daß andere mehr bekommen und mehr dürfen als ich.

Es tut sehr weh.

 

[21:56]

Ich wollte heute abend bei S. sein, weil ihr der vorige montagabend spaß gemacht hatte und ich dachte, sowas könnte ja vor der morigen klausur nicht schaden.

Außerdem bin ich ja gern bei S.

Mit den Worten, sie wüßte schon genau, was sie vor, während und nach eine Klausur tun müßte, lehnte sie generell ab.

Ein anderer Mann darf aber bei ihr sein. Vielleicht bleibt er auch über Nacht.

Also, Andreas, die Sache sieht doch sehr eindeutig aus! Hör auf zu träumen!

 

[22:21]

Eben hat das Telefon geklingelt. Als ich gesehen habe, daß S. anruft, habe ich nicht abgenommen.

Wir hatten heute nachmittag über eine wiederholt aufgetretene Situation wieder gegensätzliche Meinungen. Bei den letzten Fällen habe ich mich entschuldigt, weil ich über ihre heftige Reaktion, die ich nicht beabsichtig hatte, erschrocken war.

Heute habe ich das nicht getan, sondern deutlich herausgestellt (bevor ich wußte, daß S. heute abend Besuch bekommt), daß ich nicht einsehe, mich in dieser Frage zu ändern.

Sie sprach auf meinen Anrufbeantworter, wir hätten wohl wieder mal so ein typsiche eMail-Problem, deswegen ist es besser, wir schreiben uns gar nicht mehr. Sie hätte einfach keine Lust mehr auf diesen Streß. Sie hatte reagiert, wie sie ist, ich hätte reagiert wie ich bin, und wenn wir nicht miteinander können, dann sollten wir es sein lassen.

Ich habe ihr eine SMS geschrieben: "Ich bin einverstanden."

Ich wollte ihr weh tun durch das Wissen, daß ich ihren Anruf bewußt nicht abgenommen habe.

Ich habe mich wirklich sehr über S. geärgert. Immer wieder sind wir in solche Situationen gekommen, ohne sie jemals im Kern aufzuklären.

Nun sitze ich vor dem PC, schreibe das auf und freue mich. Bin erleichtert und wieder heiter.

Weil alles schnell vorbei ist? Weil ich weiter träumen kann?

Ich weiß es nicht.

 

[22:52]

Angerufen hat S. um 22:09 und gesagt, daß wir uns nicht mehr mailen.

Um 22:21 hat sie eine Mail an mich abgeschickt.

Nicht sehr konsequent, oder?

Na ja, vielleicht maile ich ja auch wieder. Aber heute auf keinen Fall.

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[11.06.02, di, 5:11]

Ich bin erst gegen 1 Uhr eingeschlafen. Ich hätte vielleicht am späten Nachmittag nicht mehr schlafen sollen.

Aber gegen 22 Uhr ist es auch noch mal spannend geworden. Erst trauerte ich, daß S. und ich nie zusammenkommen werden, dann spürte ich Erleichterung, daß wir nie zusammenkommen werden.

Dann entschloß ich mich, meine Citizen-Taucher-Automatik-Uhr nicht mehr zu tragen, solange ich kein Metallarmband für sie habe. Weil ich mit dem Kautschukarmband nicht richtig zurechtkomme, habe ich sie lange Zeit getragen, obwohl ich so nicht tragen wollte, um sie überhaupt zu tragen. Zu diesem Kompromiß hatte ich plötzlich keine Lust mehr.

Bedeutet das, daß ich gegenüber S. auch etwas tat, was ich eigentlich nicht wollte, nur um weiterhin Kontakt zu ihr zu haben? Ja, das bedeutet es.

Ich habe mich in mehreren Dingen zurückgenommen, weil es immer wieder Reibereien zwischen uns gab, bei der S. eindeutig in meinem Verhalten die Ursache sah.

Schade, daß diese Auseinandersetzung jetzt gerade passiert, wo S. heute die Klausur schreibt. Aber am Samstag hat S. es auch nicht so genau genommen, war auf eine Feier und hat mächtig einen über den Durst getrunken.

 

[10:05]

Ich wollte heute eigentlich nicht laufen, aber ich fühle mich sehr gestreßt und ich glaube, ein gemütlicher Lauf wird mir gut tun.

Außerdem: etwas Bewegung zwei Tage nach meinem 20,5-km-Lauf ist bestimmt gut.

 

[13:50]

Ich bin 15 Kilometer gelaufen (Lauf 59). War ein sehr guter Lauf.

 

[17:50]

S. hat angerufen.

Sie hat von der Klausur erzählt. Lief ganz gut. Sie erzählte von der Klausur.

Sie fragte, wie wir das mit den Büchern machen. Sie schlug vor, daß wir uns morgen vor Statistik treffen. Die Idee hatte ich auch, allerdings bin ich mit meinem Buch noch nicht durch. Hatte ich mir für gestern vorgenommen, bin aber nicht dazu gekommen.

Ist nicht so eilig sagte sie, sie hätte ja einen Pfand.

Einen guten sogar, mein Buch ist deutlich teurer als ihr.

Sie fragte, ob ich das gestern nicht in den flaschen Hals bekommen habe.

Sie meinte, wir schreiben uns nicht mehr, sondern telefonieren nur noch oder sehen uns. Beim Schreiben gibt es immer wieder zuviele Streitereien.

Kurz bevor sie das sagte, meldete sich Besuch durch die Wechselsprechanlage an.

Ich sagte, ich möchte darauf nicht nur mit ja oder nein antworten, und da jetzt aber keine Zeit ist, mehr als ja oder nein zu sagen, antworte ich gar nicht.

Sie sagte, dann bereden wir das eben nochmal.

 

[18:03]

Ich weiß nicht, ob ich das noch will.

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir gewünscht, daß sie nicht anruft. Na klar, ich hätte ja nicht abzunehmen brauchen, aber ich habe eben keine einheitliche Meinung. Ich liebe sie ja noch. Ich wünschte mir, ich würde sie nicht mehr lieben.

Wünsche ich mit das wirklich? Ich weiß nicht.

Der coole Mann in mir ... nein, ich schreibe nichts dazu, welcher meiner Seelenteile sich für S. warum interessiert bzw. warum nicht interessiert. Daß ich dabei von mir erzählen müßte, ist nicht das Problem. Ich möchte nicht in Einzelheiten über S. berichten.

 

[18:19]

Ich werde die "Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie" jetzt durcharbeiten, um morgen die Bücher zu tauschen.

Ich möchte S. nicht erst wiedersehen, wenn sich meine Gefühle noch mehr abgekühlt haben, sondern so schnell wie möglich, damit sich meine Gefühle nicht wieder erhitzen, wenn wir uns in zwei oder drei Wochen wiedersehen.

 

[18:28]

Habe S. kurz angerufen. Wir tauschen morgen die Bücher. Und ich nehme Abschied, ohne daß sie es weiß.

Sollte ich heute und morgen nicht alles rausschreiben können, was ich brauche, muß ich die 15 Euro eben ausgeben.

Aber ich will das alles hinter mir haben.

 

[20:00]

Ich will nicht Abschied nehmen!

 

[20:29]

Ich höre Led Zeppelin's In Through The Out Door.

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[12.06.02, mi, 5:45]

Ich konnte nicht vor halb zwei in der Nacht einschlafen. Meine Gedanken rasten, ich war fiebrig, dann drohte mein Verstand zu versagen.

Ich schrieb S. mehrere SMS, dann fand ich Ruhe und konnte einschlafen. Allerdings mußte 3 Uhr 45 wieder aufstehen.

Jetzt bin ich zwar müde, aber mein freier Geist sieht klarer.

 

[9:37]

Seit 8 Uhr 30 hämmert, bohrt und sägt mein Nachbar wieder.

Unmöglich, zu schlafen, außer immer einige Minuten.

 

[10:23]

Die Frau mit dem Hund hat sich beim Vermieter über mich beschwert. Heute habe ich eine Vorladung zur Vorstandssitzung erhalten.

Ich habe dort angerufen und gesagt, daß die Frau eine Anzeige gegen mich erstattet hat und ich abwarten werde, was sich daraus ergibt.

Man hätte mir wohl auch nur gesagt, ich soll mich von der Frau fernhalten, meinte eine Sekretärin.

 

[10:36]

Heute nacht zwischen 0 Uhr 45 und 1 Uhr 15 schrieb ich S. folgende SMS:

"Oft hab ich es in Songs schon gehört: I need your love. Jetzt fühle ich es. Ich bin so traurig, unglücklich, verzweifelt. Ich will weiterhin dich lieben, ich will dich nie mehr sehen. Ich will stark sein, ich will schwach sein. Ich will ewig leben, ich will heute sterben. Ich brauche Zukunft, habe aber keine. Ich bin so traurig, verzweifelt und todunglücklich."

"Ich bin fiebrig. Mein Verstand setzt aus. # GOTT, laß mich diese Nacht überstehen!"

"Sag, daß alles ein Mißverständnis ist. Sag, daß du mich liebst."

 

Gegen halb zwei schlief ich ein.

Nach der Zeitungstour, gegen 5 Uhr, schrieb ich:

"Die Krise scheint überstanden. Ich sehe wieder klarer. Ich bin nur sehr müde. * Ich wünsche dir einen schönen Tag!"

 

Es ist eigentlich nicht meine Art, mitten in der Nacht Botschaften zu versenden, schon gar nicht, wenn ich mich in einer Stimmung befinde, ich der ich leicht etwas tute, was ich später bereue. Aber in diesem Fall war es das beste, was ich für mich tun konnte.

Ich habe herausgelassen, was mich zu zerplatzen drohte. Ich habe Druck abgelassen. Danach fühlte ich mich besser und konnte wieder klar denken, wurde nicht mehr von meinen verschiedenen Gefühlen hin- und hergejagt.

 

[11:23]

Schön, seit 10 Uhr hat mein Nachbar keinen Krach mehr gemacht. Nun gut, jetzt lohnt es sich nicht, daß ich mich noch mal hinlege. Ich fahre gleich zur Uni.

Dort werden S. und ich die Bücher tauschen. Und uns wohl zum letzten Mal sehen.

 

[11:43]

Natürlich gehören dazu zwei. Ich meinte, ich werde nicht mehr um ein Treffen bitten.

Ich werde auch meine Vorhaben begraben. Ich hätte so gern mit S. für Studium zusammengearbeitet.

 

[11:45]

Scheiße, jetzt regnet es schon wieder!

 

[12:00]

Wenn ich stark genug bin, werde ich auch absagen, falls S. mich einlädt.

Die eigentlichen Probleme sind nicht gelöst. Damit meine ich nicht, ob sie mich liebt oder nicht, sondern die Art unserer Kommunikation ist teilweise sehr schwierig.

Auch die Metakommunikation. Wir haben die meisten "Streitereinen" nicht aufgeklärt, weil S. teilweise die Mails, die sie so sehr aufgeregt haben, einmal und nie wieder gelesen hat.

Verständlich, daß wir an bestimmten immer wieder hart aufeinander treffen, ist unser Verhaltensmuster doch das gleiche geblieben.

... ich kann nichts weiter dazu schreiben. Ich will nicht über Dinge schreiben, die nur S. und mich etwas angehen.

Daß S. mich nicht liebt, ist kein Grund, über sie herzuziehen oder sie bloßzustellen oder in irgendeiner Weise ungünstig über sie zu reden.

 

[12:07]

Ich mache mich auf den Weg zur Uni.

Seit langer Zeit wieder mal in festen Schuhen, nicht in meinen Schlapplatschen. Es regnet immer noch. Und es ist kalt. 17 Grad.

 

[16:55]

Als ich von der Uni kam, fühlte ich mich gut.

Ich hatte S. gesagt, daß wir uns wohl nicht mehr sehen. Das wäre wohl besser für mich, für sie und für uns.

Ich versuchte zu erklären, daß wir immer wieder die gleichen Probleme hätten, aber nie herausgefunden haben, warum wir sie haben, weswegen sie immer wieder kommen, obwohl ich mich zurückziehe und sie auch.

Ich habe mich aber zurückgehalten, weil S. lauter wurde und auch aggressiv.

Ihr letzter Satz, ich war schon im Gehen, lautete: Dann wirst du nie Freunde bekommen. (Dafür hat sie sich eben entschuldigt.)

Dann fuhr ich mit dem Bus und kaufte bei Lidl ein, auch ganz leckeres Eis. MEINEN HERZLICHEN DANK AN DEN SPENDER!

Zu Hause angekommen, erhielt ich eine Mail von S.

Ich habe den Fehler gemacht, sie anzurufen. Warum sollte die Situation nach wenigen Stunden anders sein?

Verständlicherweise konnte ich mich nicht deutlicher machen als an der Uni. Irgendwann mußte S. nun endlich was für die Uni machen usw.

Ich ärgere mich über mich. Wenn S. eben meint und in ihrer Mail schreibt, daß wir im Streit und Bösen auseinandergegangen sind, dann ist es eben so. Warum sollte ich ihr sagen, daß ich nicht böse auf sie bin, auch nicht denke, daß sie so reagiert, um mich zu ärgern, und mich auch nicht im Streit von ihr getrennt habe, sondern zurückhielt, damit sie sich an der Uni nicht noch mehr aufregt?

Darauf gibt es ja nur eine Antwort: ich hoffe noch, daß wir eine Lösung für diese Art von negativem Aufeinandertreffen finden.

 

[18:49]

Okay, ich gebe auf. Ich versuche (heute und vorerst) nicht mehr, deutlich zu machen, worin ich das Problem sehe, das immer wieder zu diesen Streitereien führt.

S. ist eine sehr intelligente Frau. Wenn sie mich verstehen kann, wird sie mich verstehen, ohne daß ich mich wiederhole muß.

Ich liebe S. immer noch. Ich werde zurückstecken.

Ich werde ihr nicht helfen, indem ich immer wieder auf etwas herumkacke, was sie nicht verstehen kann oder will. Entweder ich kann damit leben und abwarten oder ich kann nichts mehr mit S. zu tun haben.

 

[19:24]

Ich werde etwas tun, was ich noch nie bei einem anderen getan habe, sondern nur bei mir selbst, damit mich mein Dickkopf nicht umbringt.

Es gefällt mir nicht, aber ich liebe S. noch.

Hätte sie sich nicht noch einmal gemeldet, wäre ich mit meiner Liebe zu ihr alleingeblieben. Nun gut, nun kommt es eben anders. Sie wird schon wissen, warum sie sich noch mal gemeldet hat.

Ich habe ihr einer Mail geschrieben, daß ich etwas tun werden, was ich noch nie bei einem anderen getan habe. Ich habe aber nicht meine Ansage, ihr nicht mehr zu mailen, gebrochen, weil ich ja nur die Transkription unseres Fast-Telefonates mit einer Mail schicke. Ich wollte ihr sagen, was ich ihr schrieb, aber sie hat heute keine Nerven mehr. Was ich verstehe.

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[13.06.02, do, 4:34]

Es hat eben angefangen zu regnen. Das muß ich nicht haben. Ich warte etwas, bevor ich zur Zeitungstour aufbreche.

 

[4:50]

Es regente nicht mehr. Ich ziehe los.

 

[5:26]

Heute wurde mir die erste Süddeutsche Zeitung geliefert.

Ich wollte gerade schreiben, oh ging das schnell, aber ich habe am 6. Juni das Probeabo der Süddeutschen Zeitung bestellt. Wie die Zeit vergeht!

 

[9:35]

Ich bin aufgewacht, fühlte mich aber gehetzt und bin noch müde.

 

[9:49]

Ich werde mich wieder hinlegen. Laufen und die Dinge, die zu tun sind, kann ich immer noch, wenn ich ausgeschlafen bin.

 

[11:05]

Ich habe nur geruht, konnte nicht noch mal schlafen.

Habe mich aber etwas heruntergefahren, nicht weiter hochgeschaukelt.

Ich fühlte mich ja schon wieder gehetzt, obwohl ich nur zur Bank muß, um Geld einzuzahlen. Alles andere kann, muß ich aber heute nicht machen. Trotzdem war da wieder dieses Gefühl in mir, mehr tun zu wollen (zu müssen), als es meine Zeit erlaubt.

So beginnt es immer. Dann saust es in meinen Ohren. Dann tun meine Augen weh. Dann schmerzt mein Kopf. Dann drückt es in meinem Brustkorb und mein Herz fühlt sich nicht gut, fühlt sich eingezwängt.

Heute habe ich bereits beim Gehetztfühlen einen Schritt zurückgesetzt. Habe ich jedenfalls versucht. Ganz ist das Gefühl nicht weg.

Es ist wohl auch Freunde, weil ich mich gestern abend entschloß, gegenüber S. anders zu sein und etwas Neues auszuprobieren.

Heute morgen hat sie geantwortet. Sie findest meine Zeilen lieb. Außerdem sollten wir vermutlich einfach abwarten.

 

[11:14]

Eben klingelte der Paketdienst und wollte eine Sendung für die Frau mit dem Hund abgegeben. Ich sagte: Auf keinen Fall, die Frau hat mich angezeigt.

Dann dachte ich, warum nicht, vielleicht wird es ein Symbol des Waffenstillstandes.

 

[12:20]

Fünf Minuten später klingeltes es, die Frau mit dem Hund stand vor der Tür.

Bis eben haben wir uns unterhalten.

Ich habe ihr angeboten, einen Schlußstrich zu ziehen und ihr versprochen, weder ihr noch ihren Hund noch mal persönlich zu kommen.

Entschuldigt habe ich mich nicht, weil sie den Anfang dieser Auseinandersetzung nicht bei ihr, sondern bei mir sieht.

Sie kann sich an zwei ihrer Entgleichsungen nicht erinnern und folglich dafür nicht entschuldigen.

Ganz zum Schluß unterstellt sie mir etwas, was während dieser Hunde-Balkon-Situation gesagt haben soll, was wirklich der Gipfes ist. Ich soll irgendwas in der Art gesagt haben: "Ich komme gleich hoch und ficke dich und deinen Hund."

Ich bin ehrlich, ich mußte abbrechen und bin wieder in meine Wohnung gegangen, damit ich nicht die Beherrschung verliere.

Nun gut, mein Angebot steht, ich stelle den Zähler auf Null und halte mich zurück. Einmal ist mir das schon gelungen.


[Ergänzung am 18.06.02, di, 19:23]

Hier schiebe ich das Gesprächsprotokoll ein, damit ich bis zu meinem Polizeitermin das Gesagte nicht vergessen habe.

Am 13.06.02, do, zwischen 11:15 und 12:15 standen die Frau mit dem Hund und ich auf dem Hausflur vor meiner Wohnung und sprachen miteinander, nachdem ich ihr das Paket, das ich für sie angenommen hatte, übergeben habe.

Ich bot ihr mehrmals an, alles Geschehene zu vergessen und nicht mehr als Grund für Aktionen zu nehmen, den Zähler sozusagen auf null zu stellen.

Außerdem versprach ich ihr, nichts mehr gegen sie oder ihren Hund zu sagen.

Im Laufe des Gespräches sagte sie unter anderem:

Nachdem ich sie beschimpft hätte, würde sie nicht mehr auf den Boden, dessen Eingang gegenüber meiner Wohnungstür ist, ins Treppenhaus und auch nicht auf die Straße trauen, weil sie Angst vor mir hätte.

Außerdem könne sie [ich schätze, die nicht knapp Mitte 20] nicht schwanger werden, weil sie in einem Haus, in dem sie solche Angst vor einem Mieter hätte, kein Kind großziehen kann. Weil sie kein Kind bekommen kann, hätten sie und ihr Freund sich einen Hund angeschafft.

Sie entschudigt sich dafür, daß sie mich hin und wieder angefahren hat [wie genau sie das formuliert hat, weiß ich nicht mehr].

Sie weiß nicht, ob sie auf mein Angebot eingehen kann. Sie erwartet eine Entschuldigung.

Ich sagte, dann müsse sie bei mir für zwei weiter Dinge entschuldigen. 1) Hat sie in einem Ton, den ich mir nicht von meiner Lebensgefährtin gefallen lassen würde, während meines Einzuges in die Wohnung angefahren, ich solle ja die Hausordnung besser machen als mein Vormieter. Ich habe damals ganz ruhig, wenn auch leicht geschockt, erwidert, ich würde seit 20 Jahren allein leben und ich wüßte, was meine Pflichten als Mieter sind. 2) Hat sie mich irgendwann, als ich die Treppe herunter kam, angefahren, ich sei ein Assi und solle endlich arbeiten gehen und ihr nicht auf der Taschen liegen. Ich war sprachlos und konnte nichts sagen. (Einige Zeit später als sie wiederholt ihre Wohnungstür öffnete und mich ankeifte, habe ich dann einiges, was unter der Grütellinie liegt, zu ihr gesagt.)

Sie kann sich an beides nicht erinnern. Mit der Treppe würde keinen Sinn machen, weil ihr das ja nicht zustehen würde. Mich als Assi zu bezeichnen und zum Arbeiten aufzufordern, ergibt auch keinen Sinn, weil sie ja Studentin sei und keine Steuern bezahlen würde. Deshalb können sie sich dafür nicht entschuldigen.

Ich sagte, muß sie ja nicht. Aber damit haben für mich die Streitereien angefangen. Alles andere hat sich daraus entwickelt.

*

Sie erzählte dann weiter aus ihrem Leben. Ich notiere es, weil es ihre Situation beleuchtet.

Der Vermieter würde sie unberecht behandeln. Während ich meine Wohnung ausbauen dürfe, wurde ihr Antrag abgelehnt. Sie könne nicht verstehen, warum mein Antrag genehnigt wurde, obwohl ich vorher in einem Haus mit Assi und Ausländern gewohnt hätte. [Das liegt daran, daß sie durch die Decke nach oben ausbauen wollte, während ich auf gleichere Ebene in eine nicht tragende Wand eine Tür einbaue. Der Ausbau nach oben auf den Spitzboden wurde mir nicht genehmigt.]

Die Treppe würde sie nicht mehr machen, weil ihr Nachbar sie auch nicht macht. Sie hätte abgesprochen, daß die die Teppen nicht mehr macht, solange er sie nicht macht. Dadurch wollte sie ihn erziehen.


[14:56]

Der Hund ist ein Rüde, daß heißt ich soll gesagt haben, ich ficke einen Hunde-Mann in den Arsch. Bei aller Experimentierfreude, ich würde mich lieber von einem Hunde-Mann in den Arsch ficken lassen als umgekehrt.

 

[16:52]

Ich werde noch einiges vom Gespräch mit Frau vom Hund notieren, damit ich nachlesen kann, bevor ich zur Polizei gehe, um mich der Anzeige zu stellen.

Da ich den Namen der Frau vom Hund nicht erwähne und es mehrere Frauen mit Hund im Haus gibt, kann ich offen schreiben.

[...]

 

[21:17]

Ich habe noch einen Versuch Waldforscher gemacht. Habe dann noch jemand besucht. Jetzt gucke ich Columbo "Seltsame Bettgenossen", USA 1995. Diesen Film habe ich noch nicht gesehen.

Ich schreibe morgen mehr zur Begegnung zwischen der Frau mit Hund und mir.

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[14.06.02, fr, 11:44]

Bin eben aufgewacht. Aber noch nicht ausgeschlafen, weil ich gleich in die Stadt will.

In der MAZ-Druckerei wurde heute gestreikt.

Die FAZ ist (in der Region) nicht erschienen, die MAZ wurde später und als Notausgabe gedruckt.

Deshalb bin ich gegen halb sieben noch einmal los und habe nur MAZ ausgetragen undspäter zu Hause, bin später ins Bett gekommen.

Wenn ich gewaschen und rasiert bin und gegessen habe, werde ich in die Stadt gehen und wohl erst nach 15 Uhr wieder zu Hause sein.

Das Gesprächsprotokoll werde ich heute wohl eher nicht anfertigen können.

Ich habe zur Frau mit dem Hund aber schon "Morgen" gesagt und sie hat geantwortet.

 

[18:49]

Zwei meiner Freunde geht es nicht gut. Das schägt auch mir aufs Gemüt.

Heute werde ich also nichts anstrengendes mehr tun.

 

[21:08]

Sehr fasziniert mich seit gestern WatchTime.

Die Uhren-Homepage ist sehr schön gestaltet, mit hervorragenden Fotos und Darstellungen garniert und äußert lehrreich und interessant.

Die ausführliche Beschreibung und erstklassische fotografische Darstellung einer Rolex Sea-Dweller in einem Erfahrungsbericht, einschließlich der Überprüfung der Ganggenauigkeit auf eigener Zeitwaage, hat es mir sehr angetan.

Jetzt weiß ich, daß der Unterschied zwischen Rolex Submariner und Rolex Sea-Dweller nicht nur in der fehlenden Datumslupe und in der höher Wasserdichtheit besteht. Als Laie dachte ich, da sind einfach stärkere Dichtungen drin, die die Uhr auch in größeren Tiefen gegen Wasser abdichtet.

 

[21:21]

Ich gehe ins Bett. Ich fühle mich nicht so gut. Irgendwie bin ich heute traurig.

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[15.06.02, sa, 3:42]

Ich habe aktionsreich und lustig geträumt, fühle mich, wachgeworden, aber nicht besonders.

 

[11:37]

Habe von viertel nach 7 Uhr bis viertel nach 11 geschlafen.

 

[20:05]

Habe WatchTime.ch eine Seite gewidmet: WatchTime.

 

[20:57]

Habe seit langem wieder mal eine neue Domain angemeldet: ANLOR.

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[16.06.02, so, 5:34]

Ich bin gestern kurz vor 24 Uhr ins Bett gegangen, habe den Film "Auf die harte Tour", USA 1990, nicht bis zum Ende gesehen. Irgendwie hatte ich keine Lust.

 

[5:51]

Ich hatte heute nacht das Fenster in der Küche nur leicht geöffnet und bin eben aufgewacht, weil mir zu warm war. Ich bin noch müde.

Ich überlege, ob ich mich wieder hinlege oder zum Lauf starte.

 

[5:56]

Ich lege mich wieder hin. Heute ist Sonntag, und ich MUSS nichts tun.

 

[6:12]

Beim Lüften kam so frische Luft ins Zimmer, daß ich ganz wild wurde und unbedingt zum Lauf starten will.

Auch wenn in ein oder zwei Stunden die Luft noch angenehm ist, so frisch wie kurz nach dem Sonnenaufgang ist sie nicht mehr.

Auch sind die Weg und Straßen um diese Zeit noch fast menschenleer.

 

[6:23]

Ich habe noch etwas getrunken und gegessen.

Ich habe mir keine Strecke vorgenommen, sondern lasse meine Form bestimmen, wie weit ich laufe.

Ich starte.

 

[8:19]

Ich bin zurück. Bin nur 10,5 Kilometer gelaufen. Das Wetter war mir zu schwül und zu drückend, obwohl es eigenlich erst 7 Uhr 20 (Normalzeit) ist.

 

[8:32]

Ich habe den Kopf nicht frei. Die Entwicklung zwischen S. und mir gefällt mir nicht und beansprucht mich zusehens unangenehm.

 

[17:42]

Dabei stört mich nicht, daß sie mich nicht oder einen anderen liebt, sondern die Kommunikation, deren Qualität eingeschränkt ist, so daß ich keine Impulse mehr finde.

Deshalb habe ich gestern eine neues Projekt gestartet, das gut anläuft: ANLOR.

 

[19:24]

ANLOR hat ein Gesicht bekommen - das Layout ist gestaltet.

Außerdem habe ich die ersten Sätze geschrieben. Nun muß die Domain nur noch erreichbar sein: anlor.de.

Ich fühle mich gut, wenn auch erschöpft. Die Hetzerei der letzten Tage habe ich hinter mir gelassen.

Ich habe mir ein neues Zuhause geschaffen!

 

[20:52]

Ich bin so aufgekratzt, komme nicht zur Ruhe.

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[17.06.02, mo, 10:45]

Am Samstag habe ich eine Seite meiner Süddeutschen Zeitung zerrissen, weil ich einen Artikel sehr blöd fand. Blöd vom Inhalt, Blöd vom Schreibstil.

Noch nie habe ich eine Seite der FAZ zerrissen, wie blöd ich auch den Inhalte eines Artikels fand, weil ich immer fand, daß er gut geschrieben war.

Heute morgen habe ich meine Süddeutsche Zeitung vom Briefkasten in die blaue Tonne befördert, ohne einen Blick in sie zu werfen.

 

[10:52]

Das Wetter war nicht nur am Sonntag sehr drückend, sondern ist es auch heute noch.

Es wirkte sehr warm heute morgen gegen 5 Uhr, obwohl es nur rund 15 Grad waren.

Ich sollte eigentlich noch etwas für mein ExPrak tun, aber ich habe leichte Kopfschmerzen und kann mich nicht ausreichend konzentrieren. Das bißchen, was geht, brauche ich für die Veranstaltung nachher von 15 bis 19 Uhr.

 

[11:38]

anlor.de ist online. :-))

 

[13:49]

Ich fühle mich körperlich heute nicht gut. Am liebsten würde ich zu Hause bleiben, um mich in Ruhe an das warme und schwüle Wetter anzupassen. Aber ich werde gleich zur Uni fahren.

 

[19:46]

In meinem Schlaf-Arbeitszimmer sind 25 Grad. Im Vergleich zu draußen, ist das aber kühl.

Ich hoffe, ich kann mich bald an das Wetter anpassen.

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[18.06.02, di, 5:15]

Ich bin heute um drei aufgestanden, um eher von der Zeitungstour zurück zu sein.

Eigenlich wollte ich heute schon gegen fünf Uhr mit meinem Lauf starten, aber ich denke, ich sollte noch einen Tag warten, um mich an diese Temperaturen zu gewöhnen. Jetzt sind es 18 Grad.

Außerdem bin ich sehr müde. Die Stunden an der Uni in einem Raum, zu dem mein 25 Grad warmes Arbeitszimmer kühl ist, haben mich geschafft.

Die behandelte Thematik hat mich auch nicht gerade erfrischt.

 

[10:49]

Ich habe schön von 6 Uhr 30 bis 10 Uhr 40 geschlafen.

Vor dem Einschlafen las ich in Raymond Chandler's "Lebwohl, mein Liebling".

 

[11:38]

Ich gehe in die Stadt.

Ich habe kein Olivenöl und keine Einscreme mehr.

 

[11:43]

Außerdem habe ich keine richtige Sonnenbrille mehr, seit die Gläser von Brille 12 in Brille 14 umgeschliefen wurden.

Brille 12 sieht zwar schick aus, deckt meine Augen auch nur unzureichend ab, weil sie zu klein ist.

Ich habe die Investition in eine großere Sonnenbrille gescheut, weil ich bisher auch für eine Sonnenbrille immer super entspiegelte Glasgläser nahm, normales Kunststoff nicht wollte.

Aber ich denke, für einen Sommer kann ich ruhig einige Euro für eine Art Sport-Sonnenbrille in meiner Sehstärke ausgeben.

Auf jeden Fall will ich mal gucken gehen.

 

[11:47]

Vielleicht werde ich aber auch keine neue Brille kaufen ... Ich werde meine Brillen mal mitnehmen und testen, wie ich bei der extremen Sonnen mit ihnen zurechtkomme.

Brille 16 ist ja super groß und schützt meine Augen ausgezeichnet vor UV-Licht, dunkel nur nicht so ab, wie eine Sonnenbrille und sieht wohl nicht so modisch aus.

 

[14:45]

Ich habe mir keine Sonnenbrille gekauft oder bestellt. Ich würde keine bessere, sondern nur eine neue Brille haben.

 

[15:34]

Beim Problem mit der Sonnenstrahlung bei solchen Tagen wie heute ist nicht unbedingt die Helligkeit, sondern die UV-Strahlung.

Eine Sonnenbrille, die 85 Prozent verdunkelt, ist mir zu dunkel. Auch bei einem braunen Glas, das weniger verdunkelt als ein dunkelgrünes.

Die selbsttönenden Gläser, die ich in fast allen meined Brillen habe, verdunkel bei diesem Wetter bis 65 Prozent. Das reicht mir. (Bis auf 85 Prozent verdunkeln sie nur im Winter oder am Meer.)

 

[19:14]

Ich habe einen Lüfter angeschaltet, um in meinem Arbeitszimmer, in dem jetzt 27 Grad sind, die Luft umzuwirbeln. Letzten Sommer habe ich ihn nicht angeschaltet.

 

[21:06]

Gestern hatte ich einen schweren Tag an der Uni.

Nicht nur die heißen Temperaturen schafften mich, sondern auch die Erkenntnis, daß ich zur Zeit nichts im Studium habe, was mir Spaß macht. Auch das ExPrak wird immer intellektueller, abgehobener und interessiert mich immer weniger.

Ich werde das Studium wie Arbeit, wie eine Pflicht behandeln müssen, damit ich weiterkomme.

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[19.06.02, mi, 4:45]

Daß ich heute nacht schlecht schlafen konnte, bin ich selbst schuld.

Ich fühlte mich gestern abend, obwohl es am Tage sehr war war, unerwartet frisch. Das machte mir Appetit. Ich kochte also. Leider aß ich zuviel für diese Temperaturen. Die halbe Nacht war mir dann zu warm, schwitze ich und konnte kaum schlafen, während ich die Nacht davor bei ähnlichen Temperaturen im Zimmer gut schlafen konnte.

 

[16:44]

So, endlich wieder zu Hause.

Habe nach der Statistik-Übung noch im PC-Pool versucht, mit SPSS klarzukommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hats geklappt.

Vielleicht bekomme ich eine 30-Tage-Demo-Version von SPSS, zumindest die Adresse, wo ich sie runterladen kann, damit ich die Daten zu Hause eingeben kann.

 

[17:51]

Habe eben Esra angerufen.

Ich erzählte ihr, daß ich die letzten Tage oft an sie, an die schönen Jahre unserer Beziehung gedacht habe.

Heute morgen hatte ich folgendes Bild vor Augen: Wenn sie und ich ein Auto gewesen wären mit vielen Komponenten, die perfekt auf einander abgestimmt sein müssen, damit das Ganze ausgezeichnet funktioniert, dann wären ein Mercerdes gewesen. (Wir wissen, wovon wir sprechen, wir haben drei besessen und mehrere gefahren.)

Esra sagte: Aber eine S-Klasse.

Ich sagte: Ja, und mit 12 Zylindern.

:-))

Sicherlich waren wir für einander nicht die große Liebe, obwohl wir uns einige Jahre sehr geliebten. Aber durch unsere Beziehung sind wir beide etwas geworden, was wir zuvor nicht waren und was wir ohne den anderen wohl nicht geworden wären.

 

[19:53]

So angenehm meine Gefühle für S. sind, so sehr ich sie genieße bzw. genoß, wenn S. sie nicht erwidert, wenn wir eher weniger zusammen unternehmen, bin ich doch mehr Singel als in einer Beziehung. Platonische, einseitige Liebe hilft mir leider nicht bei meine nächsten schweren Aufgaben, weil sie partnerschaftliche Unterstützung nicht ersetzen kann.

 

[20:29]

Das sagt mein Kopf. Aber irgendwie scheint es bei meinem Herzen angekommen zu sein. Jedenfalls habe ich mich heute verliebt. Es hat so in mir eingeschlagen, daß ich mich erschrak.

Verrückt ist: es passierte in der Statistikübung.

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[20.06.02, do, 5:07]

Eigentlich wollte ich jetzt laufen, aber es regenet leicht und donnert und blitzt in einiger Entfernung. Der Hauptgrund ist aber: ich bin einfach zu müde. Bei den nächtlichen Temperaturen kann ich nicht richtig schlafen, auch wenn nicht nicht zuviel gegessen habe.

 

[12:18]

Bin von Lauf 61 zurück.

 

[12:19]

S. hat jemand kennengelernt, findet ihn süß, und er interessiert sich auch für sie.

Das freut mich für S. Aber auch für mich, gibt das mir doch Gelegenheit, elegant auszusteigen.

Es ist ja nicht so, daß ich mit S. nichts mehr zu tun haben will, nie mehr für sie da sein möchte, aber ich brauche für mich einen gewissen Schlußstrich.

Ich kann und will einfach nicht Monate eine Frau lieben, die mich nicht liebt, die noch nicht mal in mich verliebt ist und keine Beziehung mit mir will.

Mehrere Monate sollten ja für S. reichen, sich der Situation klar zu werden, zumal sie von meinen Gefühlen für sie ja schon seit langem weiß.

Sollte sie doch später mehr mit mir tun, stärker mit mir zusammen sein wollen, dann sehe ich darin kein Problem, weil ich ja nicht in sie verliebt war, sondern sie liebte, wohl noch liebe.

Als ich eben ihre Stimme auf dem Anrufbeantworter hörte, wurde mir schon wieder ganz schaurig.

Es ist einfach etwas in mir, daß auf eine Frau wie S. schon seit vielen Jahren gewartet hat.

Es ist das gleiche, was mich Dagmar lieben ließ.

Das wird auch noch in einiger Zeit in mir sein. Falls S. also irgendwann mehr an mir interessiert sein sollte, werde ich sie wieder lieben. Es sei denn, ich liebe gerade eine andere Frau.

 

[12:53]

Leider erreiche ich S. nicht. Na ja, muß ich noch etwas warten. Meine Entscheidung steht aber fest: ich werde mich zurückziehen, nur noch für sie da sein, wenn sie meine Hilfe braucht, in welcher Art auch immer.

Ich meine, ihre "Eroberung" soll S. ja ganz bekommen, alle Seiten kennenlernen, auch die mehr alltäglichen.

 

[13:36]

Jetzt weiß ich, wo der Typ wohnt, der letzten vor der Haustür stand, bei mir klingelte und sagte, er will mir eine auf die Fresse hauen, weil ich immer aus dem Fenster gucke.

Eben, als ich telefonierte, sah ich aus dem Küchenfenster, da hob jemand die Hand, ich dachte, es sei zum Gruß und grüßte zurück. Dann brüllte der Typ aber: ich komme gleich rüber und hau dir eine auf die Fresse.

Er wohnt drittes Fenster von unten, viertes Fenster links in dem Block genau gegenüber, wenn ich auf dem Küchenfenster raussehe. Also nicht in dem anderen Haus des Arbeiterbauvereins, sondern auf der anderen Seite. Rasen, Spielplatz liegen zwischen uns. Ich kann auf die Entfernung sein Gesicht nur undeutlich erkennen.

In dieser Gegend wohne Leute, da ich kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

 

[13:47]

S. ist noch an der Uni. Ich dachte, sie sei zu Hause. So hatte ich ihre Mail von heute morgen jedenfalls verstanden.

 

[13:49]

Ich werde gleich in die Stadt gehen.

 

[14:03]

Oh, auf einmal bin ich müde. So müde. Halt durch, Dreas!

 

[14:05]

Ich hätte mich nach dem Lauf hinlegen sollen, aber ich dachte, S. sei zu Hause und wollte unbedingt sofort mit ihr sprechen.

Ich will diese Sache aus der Welt haben.

 

[14:13]

Vor vielen Jahren hing ich an einer Frau über ein Jahr fest, obwohl nichts mehr zwischen uns war. Wir eigentlich nicht über einen schönen Anfang hinausgekommen sind. Karin und ich.

Wir haben uns ... eine lange Geschichte.

Von Dagmar bin ich auch ewig nicht losgekommen. Selbst über zehn Jahre nach unserer Trennung hatte ich noch Angst, wenn wir uns sehen, daß ich wieder schwach werden könnte.

Das war wohl, daß ich betete, auch wenn ich es nicht als Gebet erkannte. Ich flehte eine Kraft an, die ich selbst nicht hatte: laß sie nicht fragen, ob wir wieder zusammen sein wollen!

Ich wollte nicht mehr. Ich wollte nicht mehr. Ich wollte nicht mehr.

Aber wenn ich ihr gegenüberstand und wir plauderten, wurde ich jedes Mal schwach.

Irgendwie ist sie der Typ von Frau, der man nicht widerstehen kann! Nicht nur ich empfinde das so.

Sie arbeitet jetzt hin und wieder für einen Privatdetektiv und testet Männer im Auftrag ihrer Frauen, ob und wie leicht sei zu einem Seitensprung bereit sind.

Ich finde diesen Test gemein, weil Dagmar sehr lecker ist. Ich erinnere mich auch heute noch gern an ihren Geruch und Geschmack. Selbst wenn sie geschwitzt hat, war sie überall sehr lecker.

Außerdem kennt sie viele Tricks, um Männer rumzukriegen.

 

[14:45]

Ich rücke ab, auch wenn ich gern noch einiges erzählen würde ... :-))

 

[16:48]

Ich bin wieder zurück. War lustig.

 

[17:27]

Ich habe 29 Minuten mit S. telefoniert.

Ich möchte, das aus der Frau S., die ich liebe, der Mensch S. wird.

Ich bete zu GOTT, daß ich stark genug bin.

Es nicht leicht für mich, im Einvernehmen - ich hoffe, S. sieht das auch so - eine intensive Verbindung zu beenden, weil aus meiner Liebe kein Haß geworden ist.

Ich habe S. gesagt, ich möchte keinen persönlichen Kontakt mehr. Falls sie meine Rat oder meine Hilfe braucht, werde ich gern für sie da sein.

Aber: S. ist ein Einzelkämpfer. Ich glaube nicht, daß sie sich meldet.

S. wiederrum sagte mir, wenn ich meine Entscheidung nicht gut finde oder ihre Hilfe brauche, kann ich mich ruhig melden.

 

[18:01]

Ich habe S.s Telefonnummern aus meinem Telefonen gelöscht.

 

[19:16]

Das alles macht mich sehr traurig.

Aber es ist nun mal so, daß ich mehr mit S. zusammensein will als sie. Außerdem haben wir uns auch ohne den "Beziehungs"-Streß festgefahren.

Ich sagte, zum Anfang, als wir oft sehr lange telefonierten, haben wir einfach hin- und hergeschnattert, auch bei den Themen, die jetzt tabu sind.

Sie sagte, zum Anfang dachte sie anders über mich, daß ich meine Probleme gelöst hätte, eine eigene psychologische Theorie hätte. Dann merkte sie, daß ich auch nur mit Wasser koche.

Ich sagte, ja klar, ich habe nie was anderes gesagt.

Aber wahrscheinlich weiß S. nicht, warum immer mehr Themen tabu wurden.

Vielleicht irgendwelche Übertragungen.

 

[19:42]

Ich bin sehr, sehr traurig. Würde am liebsten weinen, aber irgendwie bin ich wie versteinert.

[nach oben]


[21.06.02, fr, 8:00]

Mein Vorhaben hat nicht funktioniert.

S. ist noch stärker in meinem Kopf und und in meinem Herzen.

 

[8:08]

Sie hat mir gestern noch SMS und Mail geschrieben. Ich habe darauf geantwortet.

Eine ihrer SMS lautete:

"Freunschaft wird nicht von der Häufigkeit des Kontaktes, sondern vom Gefühl geprägt, dass da jemand ist, der Dich in der Not auffängt. Wir bleiben Freunde."

Ihre Zeilen brachten mich zum Weinen, während ich ihre Mail beantwortete.

 

[8:12]

Ich schlief schlecht ein und nicht gut.

Unter anderem dachte ich, sie sollte ihren Namen auf mein baldiges Original-Metallarmband meiner Citizen Taucher Automatik gravieren lassen, an einer Stelle, daß ich sie immer an meiner Wange habe, wenn ich in meiner Einschlafstellung liege und die Uhr trage.

Ich dachte, das ist ein Moment, wo man sich den Namen seiner Liebsten auf den Arm tätowieren läßt.

 

[8:18]

Nach der Zeitungstour träumte ich.

Ich gehe auf einem großen Bahnhof hin und her, komme immer wieder an einem Imbiß vorbei, wo S. sitzt und jedes Mal mit einem anderen Mann flirtet. Wenn ich vorbeikomme, sieht sie zu mir und lächtelt mich an. Dann sitzt ihr einer gegenüber, bei dem es ihr ernst scheint. Sie hat nur einen kleinen Blick für mich. Da bin ich aufgewacht.

 

[13:51]

Ich habe 51 Minuten mit S. telefoniert.

Heute morgen hatte S. geschrieben:

"Du hast gestern eine, wie ich finde, vernünftige Entscheidung getroffen. Nun solltest Du sie auch durchziehen und nicht gleich bei der ersten Hürde wieder aufgeben. Andererseits können wir unseren Kontakt auch gerne fortführen. Diese Entscheidung überlasse ich Dir. Du mußt wissen, was gut bzw. besser für Dich ist. Aber bitte treffe eine endgültige Entscheidung! Dieses Auf und Ab belastet mich ja letztendlich auch."

Ich sagte ihr, meine Entscheidung war zwar vernünftig, entspricht aber nicht meinen Gefühlen. Meine Gefühle für sie sind einfach zu stark.

Ich könnte sicherlich tiefenanalytisch herausausfinden, warum ich diese Gefühle habe und einen vernüftigen Grund finden, sie nicht zu haben. Aber dann würde ich meine Persönlichlkeit zu stark verändern.

Vielleicht, dachte ich, sprach es aber nicht aus, sind meine Gefühle für S. das, was mich als Persönlichkeit am stärksten charakteriesiert.

 

[14:07]

Ich höre Led Zeppelin's Stairway To Heaven.

 

[14:09]

Irgendwann sagte S., wenn meine Gefühle so stark sind, sollte ich ihnen vielleicht einfach nachgeben.

Oh, lachte ich auf, das solltest DU mir nicht empfehlen, denn du bist "betroffen".

Was würde denn passieren, fragte sie.

Ich überlegte.

Na ja, nichts Böses oder so, sagte ich. Ich bin ein Ausdauerläufer, kein Sprinter. So bin ich auch im Leben.

Ich weiß nicht, wie S. das assoziiert hat. Ich meinte, wenn ich mich festgebissen habe, bin ich nicht leicht zu vertreiben. Ich sehe keine Welle, die mich wegspülen könnte.

 

[14:21]

Sicherlich gibt es viele vernüftige Gründe, meine Gefühle zu ignorieren. Aber ich will nicht vernüftig sein. Nicht hier.

 

[15:00]

Jemand von der Süddeutschen Zeitung hat angerufen und gefragt, wie mir die Zeitung gefällt.

Ich habe geantwortet, ich würde die Zeitung nicht abonnieren. Nach dem Grund gefragt, sagte ich, ich hätte die FAZ abonniert und sei wohl ein FAZ-Leser, dem die FAZ einfach besser gefällt als die Süddeutsche.

 

[19:56]

Zu meinem 43. Geburtstag wird es wohl nichts mit einer Gravur S.s auf dem Metallarmband meiner Citizen-Taucher-Uhr.

Schade.

Aber ich war zumindest so mutig, meinen Wunsch vorzutragen.

Auch erzählte ich, daß ich heute nachempfinden kann, warum sich Männer den Namen einer Frau tätowieren lassen.

S. sagte lachend: Ich habe einen Kumpel, der tätowiert.

Na ja, so mutig bin ich nicht. Aber der Wunsch nach einer Gravur in das rund 80 Euro teure Armband ist für mich auch schon sehr mutig.

Wie S. richtig bemerkte, weiß ich nicht, ob ich es nicht irgendwann bereuen würde.

Aber ich bin bereit, das Risiko einzugehen.

[nach oben]


[22.06.02, sa, 9:47]

Als ich von der Zeitungstour zurück war, habe ich eine Rose mit mehreren voll, leicht und nicht blühenden Blüten geschnitten und einen einen kleinen Brief geschrieben:

"Liebe S.!

Nimm die Rosen als kleines Zeichen für meine Dankbarkeit für das, was Du für mich bist.

U."

Die Rosen habe ich angefeuchtet und in einer Platistiktüte verschlossen. Ich hoffe, sie bleiben frisch, bis S. sie findet.

Ob sie herausfindet, wer U. ist?

U steht für "unaufgefordert". Wenn es eine Wort gibt, daß unserer Verbindung am ungewöhnlichsten charakterisiert, dann ist es nach meiner Meinung das.

Jedoch nicht, weil S. mir unaufgefordert die erste Mail schrieb, sondern wird wir schon einige Streitereien hatten, weil ich etwas unaufgefordert schrieb, über das man sich ziemliche Gedanken machen mußte oder was teilweise sehr persönlich nehmen konnter oder so, S. aber nicht darauf reagiert, worauf ich ziemlich zickig wurde.

Seitdem schreibe ich hin und wieder: "Ich möchte noch folgenden unaufgeforderten Beitrag bringen" oder so und meine damit, ich bin mir nicht sicher, ob ich das nicht lieber bleiben lasse.

Sie schreibt hin und wieder zum Beispiel auch: "Das wollte ich Dir (unaufgefordert) noch rasch schreiben."

 

[9:23]

Sie schreibt meist sehr toll, wie ich finde.

Sie spricht und erzählt auch meist sehr toll, finde ich. Manchmal klingen ganze Passagen in meinem Gedächnis nach, so als würde ich in Gedanken meine Lieblingsmusik hören.

 

[14:35]

Gegen 14 Uhr sorgte ich mich, daß die Rosen noch im S.s Briefkasten, auf dem vormittags die Sonne scheint, liegen.

Erst wollte ich vorbeifahren und nachsehen ... aber das ist ja irgendwie blöd. S. wohnt auch nicht gleich um die Ecke.

Also habe ich angerufen ihren Festnetzanschluß angerufen. Niemand ging ran, auch der Anrufbeantworter meldete sich nicht.

Ich rief ihre Handynummer. S. meldetete sich. Sie war gestern unterwegs, erst heute morgen gegen 8 Uhr zu Hause und hat noch nicht in den Briefkasten gesehen.

Die Rosen habe ich gegen 7 Uhr eingeworfen.

S. ging runter und holte die Rosen und mein kleines Briefchen hoch.

Die Rosen waren zwar noch feucht, aber auch warm, wie in einem Treibhaus. S. hofft, daß sie sich wieder erholen.

Wir haben dann noch etwas telefoniert, leider nur übers Handy. Nach 20 Minuten habe ich dann das Gespräch beendet. Trat mir ja leid, aber ein längeres Gespräch kann ich mir finanziell nicht leisten.

Sie wäre vermutlich darauf gekommen, daß die Blumen von mir waren, sagte sie, auch wenn sie meine Handschrift nicht kennt. Aber soviel kommen nicht in Frage, sie sowas machen, sagte sie.

Ich bin froh, daß ich angerufen habe. Vermutlich hätten die Rosen bin Montag mittag im Briefkasten gelegen. Das hätte mir sehr leid getan.

 

[16:35]

Heute denke ich wieder sehr viel an S. Heute ist es wieder ganz "schlimm", bin ich ihr wieder sehr nah. Ich genieße es.

 

[16:55]

Habe in meinem Uhren-Tagebuch geschrieben.

 

[17:58]

S. und ich haben fast eine Stunde telefoniert.

Sie ist wieder munter und hat sich erholt.

 

[18:02]

Meine letzten Worte waren: Also dann bis nachher um zehn zur Party.

Hör auf, sagte sie, ich habe hier sechs Bücher, ich woll lernen.

 

[18:38]

Den Rosen geht es wieder gut!

 

[20:19]

S. dringt mit nur einem Satz in mein Leben ein und durchwirbelt meine langbewährten Lebensprinzien. Ich kann mich nicht erinnern, was mich eine Frau jemals so inspiriert hat.

Spontan fällt mir eine Schulfreundin ein, die mein Leben sehr beeinflußte, als ich 16, 17 Jahre alt war.

 

[20:30]

Meine CTA trägt wieder das Metallarmband der ADEC und ich wieder die CTA.

 

[22:54]

Bisher entsprach S. einem Bild, das ich in mir hatte, lange, bevor ich sie kennenlernte.

Jetzt verändert sie dieses Bild, scheint es anzupassen an das, was mich bald überraschen wird.

Ich muß eingestehe, daß ich ihr jetzt "gestatte" dieses Bild zu verändern, weil ich ihr konzentrierter zuhöre, stärker versuche, die Dinge aus ihrer Sicht zu sehen, zu fühlen, zu begreifen. Dadurch erkenne ich ihren seelischen Reichtum deutlicher.

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[23.06.02, so, 0:30]

Heute war ein Rolex-Tag.

Roges Moore in "James Bond 007 - Leben und sterben lassen", USA 1973, trug wohl eine Rolex Submariner oder Sea-Dweller, konnte ich nicht deutlich erkennen, weil die Uhr nur kurz gezeigt wurde.

Robert Mitchum in Raymond Chandler's "Tote schlafen länger", GB 1978, trug eine Rolex Datejust, wenn ich richtig gesehen habe.

Die Uhren, obwohl deutlich über 20 Jahre alt, sehen aus wie die heutigen Modelle. Das finde ich stark!

 

[5:50]

Ich werde gleich zum Lauf starten, wenn es kein Gewitter gibt.

Es ist sehr windig, der Himmel ist bewölkt.

 

[6:15]

Wenn ich ehrlich bin, bin ich schon wieder müde und könnte mich in Bett legen und würde sofort einschlafen.

Würde ich das tun, würde ich heute nicht mehr zum Laufen kommen, weil ich nachher bestimmt wieder zu warm sein wird.

 

[6:28]

Ich starte zum Lauf 62.

 

[8:45]

Ich bin zurück.

 

[10:00]

Habe S. angerufen, nachdem ich ihre Mail von heute bekommen habe.

Ich habe heute keine Lust zum Mailen. Ich könnte heute nur wenige Worte schreiben oder sehr, sehr viele.

Also habe ich sie angerufen und ihr eine Kurzfassung gegeben.

Wir haben dann noch etwas (16 Minuten) nett geplaudert.

 

[11:59]

S. hat etwas in meinem Leben bewirkt, das das letzte Mal eine Frau vor 28 Jahren schaffte.

 

[14:00]

Ein Traum hat mich aufgeweckt.

Vor meiner Mittagsruhe schrieb ich S. sinngemäß folgende SMS: Meine Kleinen finden sie toll; je nach Alter, möchten sie sie als Mutti, Kindergartenfreundin oder Schulfreundin haben.

Eben träumte ich folgendes:

Meine Eltern sind unterwegs und verlangen von jemand, sich einen sehr komplizierten Weg zu merken. Ich sagte, ihr übertreibt, ihr könnt euch diese 6 sehr komplizierten Schritte nicht merken, aber der Kleine soll das tun. Dann bin ich aufgewacht.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich als Jugendlicher mich für meinen Bruder, der 10 Jahre jünger als ich ist, eingesetzt habe. Oder ob ich als Erwachsener für mich als Kind stark gemacht habe.

Ist auch egal, die Folgen für die Kleinen die gleichen sind.

 

[21:58]

S. hat mich angerufen. Wir haben fast 1 1/2 Stunde telefoniert.

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[24.06.02, mo, 9:00]

S. hat mich angerufen.

 

[10:35]

Habe die Seite Privat eingerichtet.

 

[12:20]

Esra hat mich besucht.

 

[12:44]

S. hat mich angerufen.

 

[19:13]

S. hat mich angerufen. Wir haben über eine Stunde telefoniert.

Wir haben über Dinge gesprochen, sie S. sonst mit einer Freundin bespricht.

 

[20:11]

War ein sehr schöner Tag heute mit S.

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[25.06.02, di, 2:00]

Ich bin aufgewacht.

 

[2:34]

Ich lade eine 50 MB größe Datei herunter.

Ich hoffe, es ist eine Demo-Version von SPSS 11 ;-)).

 

[2:49]

Ich lade mit einer Geschwindigkeit von 4 bis 5 KB/s herunter und werde 3 bis 3,5 Stunden brauchen.

Jetzt sollte ich noch meinen DSL-Zugang haben ...

Wenn der Download nicht unterbrochen wird, werde er mich unter 2,50 Euro kosten. Das läßt sich verschmerzen.

 

[2:57]

Ich habe aber keine Lust, jedes Mal zur Uni in den PC-Pool zu fahren, um Daten einzugeben oder etwas zu analysieren.

Zumal oft vorkommt, daß alles Computerplätze besetzt sind.

 

[3:03]

Jetzt soll es nur noch 3 Stunden dauern.

Ich werde zur Zeitungstour starten.

 

[4:45]

Weil ich ja munter bleiben muß, aber eigentlich müde bin und sofort einschlafen würde, koche ich gerade und habe abgewaschen.

 

[4:56]

Noch eine Stunde!

35,9 von 49,9 MB sind bereits auf meinem PC.

 

[5:51]

Das Essen ist sehr lecker geworden.

Noch toller: ich konnte widerstehen und habe nur etwas gekostet. Manchmal habe ich ja schon die Hälfte gekostet - von einer 500 Gramm Packung Teigwaren.

 

[5:56]

SPSS 11 (30 Tage Demo) ist auf meinem Rechner.

Für Suchen, Finden, Registrieren und Herunterladen habe ich 3:48 Stunden gebraucht. Das wird mich 2,28 Euro kosten.

 

[6:02]

Ich installiere SPSS noch schnell, bevor ich mich hinlege.

 

[6:11]

SPSS funktioniert. Ich brauche nicht mehr zur Uni, um mit den Daten des ExPraks zu arbeiten :-)).

Ich lege mich jetzt hin. Zwölf Uhr habe ich den Termin bei der Polizei. Da sollte ich munter sein.

 

[11:06]

Ich habe noch Lauf 62 geschafft.

Gleich werde ich aufbrechen und zur Polizei gehen.

 

[13:10]

Die Sache bei der Polizei dauerte rund 40 Minuten.

Die Frau mit dem Hund hat bei weitem weniger Vorwürfe vorgebracht als angekündigt.

Irgendwie war ich entäuscht, weil sie sich damit "disqualifiziert" hätte.

Ich habe meine Notizen zum Gespäch mit ihr eingereicht.

Das Problem seien, sagte der Beamte auf meine Frage, nicht meine Worte gewesen, sondern wie sie empfunden worden.

 

[17:54]

Mein Bruder hat angerufen und zwei Stunde von Kreta erzählt, wo er eine Woche Urlaub gemacht hat.

Außerdem hat er sich heute eine neue Citizen Taucher Automatik gekauft. Seine hat er vor einigen Tagen im Urlaub verloren.

Durch Biegen hat er ein Metallarmband einer anderer Uhr für die Diver's passend gemacht, wodurch er die Stabiliät schwächte.

Dann überspannte er das locker sitzende Metallarmband beim Mopedfahren, als sich beim Durchfahren eines Schlagloches sein Handgelenk schlagartig und weit knickte.

Seine neue Diver's hat ein originales Matallarmband. Er hat 179 (statt 199) Euro bezahlt, also einen Euro weniger als für ein Modell mit Kautschukarmband, weil die Uhr leichte, nicht störende Kratzer an der Seite hat.

 

[19:50]

Gestern habe ich viel Zeit mit S. verbracht, wenn auch am Telefon, aber meist merke ich nach einige Minuten nicht mehr deutlich, daß wir "nur" telefonieren.

Heute hat sie zwar angerufen, aber nur kurz. An sich ist das okay, aber S. ist für mich zu einer Droge: heute habe ich Entzugserscheinungen.

 

[20:30]

Mein Bruder hat also eine neue Citizen Automatik Diver mit Metallarmband.

Ich habe so ein Armband noch nicht gesehen. Was mein Bruder heute erzählte, hört sich gut an: das Armband paßt gut zur Uhr, tägt sich gut, ist stabil.

Vielleicht bestelle ich morgen eins für mich.

 

[20:46]

Ich würde noch gern was Schönes unternehmen, bin aber auch müde. Ich werde mich hinlegen.

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[26.06.02, mi, 1:57]

Ich bin 1 Uhr 45 aufgewacht. Das sollte nicht zur Gewohnheit werden.

 

[10:06]

Ich bin gegen 6 Uhr eingeschlafen, aber schon wieder 9 Uhr 30 aufgewacht. Das ist nicht gut. Ich bin nicht ausgeschlafen und werde wohl wieder müde, wenn ich 12 Uhr 30 zur Uni fahren will.

 

[10:12]

Ich wollte heute eigenlich für meine Diver's ein Original-Metallarmband bestellen, aber ich befürchte, daß wieder irgendwelche Scheißabbuchungen unerwartet vor der Zeit kommen und ich dann wieder nicht weiß, wie ich was zum Essen kaufen soll.

Obwohl ich ja zur Zeit nicht viel einkaufen muß.

 

[10:41]

Weil ich ja wenig esse. Ich wiege jetzt 97 Kilo.

Ist schon eigenartig und für mich gewöhnungsbedürftig, wenn ich eine Bruchteil von dem Esse, was ich "normalerweise" esse und trotzdem satt bin.

 

[12:03]

Habe fleißig fürs ExPrak gearbeitet.

Wie schon in anderen Veranstaltungen ist es auch dieses Mal: erst ist noch soviel Zeit, Termine werden nach hinten verschoben, plötzlich hat keiner mehr Zeit, werden alle nervös und drängeln.

Solche "Spezialisten" wie ich brauchen aber immer mehr Zeit als andere. Leider kann ich keinen Vorlauf schaffen, ich vielleicht einige Tage eher hätte anfängen können, trotzdem aber noch laut Plan zu spät, weil ja soviel Zeit war und Termine nach hinten geschoben wurden.

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[27.06.02, do, 20:55]

Ich habe seit Mittwoch nachmittag viel Zeit gebraucht, um die Daten meiner Versuche für ExPrak zu kodieren und in eine Tabelle zu bringen.

Ich hätte nicht gedacht, daß ich soviel Zeit brauche.

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[28.06.02, fr, 7:35]

Ich habe mein FAZ-Abo auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Ab Montag werde ich vorerst keine FAZ mehr bekommen.

 

[9:10]

Das hat nichts mit der Zeitung an sich zu tun, sondern mit meinen Vorbereitungen für die Klausuren am 15. und 17. Juli.

Ich werde die Informationsaufnahme auf Lernstoff beschränken.

 

[9:12]

Gestern habe ich mich verliebt: Davosa Ternos Taucher.

 

[9:13]

Irgendwann habe ich davon gesprochen, daß meine Liebe zu S. in gewisserweise auch wie ein Fluch ist: ich muß einen Typ wie S. lieben, so wie ich einen Typ wie Dagmar lieben mußte.

Fast ummerklich hat S. aber den Typ, den ich lieben muß, verändert.

Außerdem hat sich S. in letzter Zeit verändert. Meine Liebe zu S. hat sich in gleichem Maß auch verändert. Nun scheint es so zu sein, daß ich die Typen, die Dagmar und S. waren, nicht mehr lieben muß. Ich fühle mich von diesem Fluch befreit.

Ich kann diesen Typ lieben, muß es aber nicht mehr.

Ich fühle mich frei!

Und kann mich in neue Abenteuer stürzen ...

S. kann einbezogen sein, muß es aber nicht.

 

[12:45]

Irgendwie habe ich zur Zeit gar keine Lust, Tagebuch zu schreiben. Mit diesem Satz, bin ich eben von Privat gekommen.

 

[12:50]

Ich gehe gleich in die Stadt. Vielleicht sind das für einige Zeit die letzten Worte in meinem Tagebuch, in meiner Homepage.

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[29.06.02, sa, 17:09]

Ich trage gerade innere Kämpfe auf at4 aus.

 

[17:34]

Ich habe mich mit meiner CTA ausgesöhnt (siehe CTA, 29.06.02).

 

[17:47]

Habe Analysen eröffnet.

 

[22:27]

War ein produktiver Tag.

Gleich werde ich Raymond Chandler's "Fahr zur Hölle, Liebling", USA 1975, mit Robert Mitchum als Privatdetektiv Phillip Marlowe sehen.

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[30.06.02, so, 6:30]

Der Film hat mir nicht gefallen. Nicht nur, daß er fast eine dreiviertel Stunde später anfing, hat mich geärgert, sondern auch daß ich ihn nicht mehr by Raymond Chandler nennen würde.

Verfilmt wurde in Grundzügen das Buch "Leb wohl, mein Liebling", das ich fast zu Ende gelesen habe. Ich habe es kaum wiedererkannt.

Ich werde die letzten 40 Seiten noch lesen. Mal sehn, ob das Ende der Geschichte von Chandler übernommen wurde.

 

[6:47]

Es sind 11 Grad. Das Wetter ist feucht. Ich werde später laufen, jetzt müßte ich mir glatt lange Hosen anziehen.

 

[9:38]

In diesem Monat schrieb ich bisher am meisten in mein Tagebuch. Diese reine Text-Datei ist bisher 87 KB groß.

 

[9:42]

Der Film "Fahr zur Hölle, Liebling" hat mit Chandler's Buch "Leb wohl, mein Liebling" nicht viel zu tun.

Schade, finde ich, weil ich die Geschichte im Buch besser finde.

Aber auch den Film an sich fand ich nicht so gut wie den am letzten Wochenende, als ich "Tote schlafen länger" sah.

Manchmal hatte ich den Eindruck, als seien Szenen herausgeschnitten. Vielleicht wurde aber auch nur flüchtig verfilmt.

Dabei wurde im Teleprisma (26/2002) angekündigt:

"... gelang 1975 eine der besten Verfilmung eines Raymond Chandler-Romans ..."

Nach Motiven von Chandler lasse ich mit gefallen, aber eines Romans. Welchen Romans, kann ich da nur fragen.

Im Roman geht es um 8.000 Dollar, im Film um 15.000, obwohl der Film nicht in der Gegenwart, also nicht 1975 spielt, es als nicht nötig gewesen wäre, den Betrag zu erhöhen.

Außerdem spielt der niedrige Betrag insofern eine Rolle, als er nur als eine Art Beleg für eine Aktion ist, bei der Marlowe angelockt und getötet werden sollte.

Eine Handlung hat man von einem Irrenhaus in ein Bordell verlegt.

Na ja, ich hätte ich vorher gewußt, wie der Film ist, wäre ich nicht so lange aufgeblieben. Gegen Ende des Film habe ich nicht mehr alles gesehen, sondern zwischenzeitlich auf andere Sende geschaltet, obwohl ich das Ende ja nicht kannte; habe ich heute morgen erst gelesen. Aber der Film hat mich nicht mehr interessiert.

 

[9:56]

Ich mache mich langsam fertig für meinen 64. Lauf.

 

[10:17]

Ich laufe los.

Wie weit ich laufe, weiß ich noch nicht. Das Wetter scheint gut zum Laufen zu sein, aber ich bin etwas verschnupft.

 

[12:01]

Ich bin zurück.

 

[12:45]

Habe die Domains agto.de und anlor.de gekündigt und at4.de in einem eigenen Paket (Puretec 9, Visitenkarte, 10 MB) angemeldet.

Ich hoffe, ich kann nun einerseits bleiben, wie ich bin, und andererseits mich verändern, ohne daß jemand, auch ich nicht, etwas vermißt.

 

[19:36]

at4.de ist erstellt. wenn die nameservers wissen, wo at4.de liegt, werde ich die dateien hochladen.

 

[19:54]

ich habe heute nicht nur meinen urlaub von mir und einigen aufgaben genommen, sondern auch meine handys und telefone aus- bzw. stillgeschaltet.

andere fahren in urlaub, verlassen ihre gewohnte umgebung und verpflichtungen, um mal vollkommen abzuschalten. ich kann das nicht. deshalb ziehe ich hin und wieder in mich selbst zurück.

ganz ohne kommunikation geht es bei mir aber auch dann nicht. etwas davon erleben sie auf at4.de.

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