[01.09.01]
Drei Mal hat mir das Schicksal bisher Entscheidungen abgenommen, die ich nicht getroffen hätte, obwohl ich sie hätte treffen sollen.
Erstens.
Im Sommer 1982, am 13. August, einem Freitag, wollte ich eine Frau heiraten. Kurze Zeit vor dem Hochzeitstermin sagte sie die Trauung ab und trennte sich von mir.
[Anmerkung am 13. August 2019, Dienstag: die Beziehung war vorher schon vorbei, nach der Abschlußfeier an der Offiziershochschule, die war im Sommer 1981, nachdem ich zum Leutnant ernannt worden war.]
Damals brauch mir das mein Herz. Ich kaufte mir eine große Packung 0,7 Liter Flaschen Wodka und trank solange hintereinander bis die 6 oder 8 Flaschen leer waren, was in wenigen Tagen geschafft war.
Danach fühlte ich schon sehr viel Zeit vergangen, hatte deutlichen Abstand gefunden.
Ich hatte mich für diese Frau um eine Arbeitsstelle in der Kinderstation des Bezirkskrankenhauses gekümmert, der sogenannten Aue in Potsdam-Babelsberg; sie war bzw. wurde Kinderkrankenschwester.
Zweitens.
In diese Kinderstation brachte ich Jahre später überschüssige Milch einer Frau, die ich kennenlernte als sie im 3. Monat schwanger war.
Bereits damals (um 1985) war ich schon froh, daß die Heirat nicht stattgefunden hatte.
Als die kleine Julia fast zwei Jahre alt war, kriselte die Beziehung zwischen ihrer Mutter und mir schon einige Zeit.
Irgendwann abends im Bett sprach meiner Lebensgefährten folgendes Thema an: Wie wäre es, wenn Julia eine Brüderchen oder ein Schwesterchen hätte?
Noch bevor ich mich entscheiden konne, hatte sie mich aus der Wohnung geschmissen.
Ich bin sehr froh, daß ich damals nicht Vater geworden bin, weil mein Kind ohne leiblichen Vater aufgewachsen wäre.
Drittens.
Sehr lange Zeit habe ich überlegt, wie ich weiterhin vollständig meinem ßNeben-ßVerdienst nachgehen und trotzdem Verantstaltungen an der Uni besuchen kann, ohne in den Veranstaltungen einzuschlafen.
Viele Varianten habe ich ausprobiert. Keine hat mich zufriedengestellt.
Jedoch hatte ich mich nie entschieden einen Teil meines Jobs aufzugeben, um Zeit zu gewinnen. Wie hätte ich das vor mir rechtfertigen können, da ich nur über geringe finanzelle Mittel verfüge.
Nun bin ich diesen sehr aufwendigen Teil los und kann munter genug wieder zur Uni gehen.