1. Im Anfang schuf [1271] Gott die Himmel und die Erde.
2. Und die Erde war wüst und leer, Finsternis war über der Tiefe [8612]; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
3. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
4. Und Gott sah das Licht, daß es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis.
5. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und er wurde Morgen: ein Tag.
6. Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung [7729i] mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern.
7. Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung, von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so.
8. Und Gott nannte die Wölbung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
9. Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so.
10. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, daß es gut war.
11. Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtsbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Samen ist! Und es geschah so.
12. Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Samen ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.
13. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.
[...]
[1271] Heb. bara': schaffen, hervorbringen, machen; nur vom Gott Israels ausgesagt, nie von Menschen oder Göttern der Nationen, so daß Gottes einzigartiges und unvergleichliches Tun betont wird und somit jeder menschlichen Vorstellung entzogen bleibt. Nie wird genannt, woraus Gott etwas schafft, und das, was er schafft, wird häufig als Neues, Besonderes oder Wunderbares beschrieben.
[8612] Heb. tehom: Tiefe des Meeres, Flut. Das Wort bezeichnet das Wasser als Element, das bei großer Kälte zu Eis erstarrt und mit anderen Werken der Schöpfung zum Lob Gottes beträgt. tehom die Wassermassen, die vor der Schöpfung als Urflut die Erde umspühlten, die Fluten der Sintflut oder ein anderes Gerichtshandeln. [...] Auch Gottes gerechtes Richten kann mit der Kraft der Urflut beschrieben werden.
[7729] Heb. raqia: Himmel, Weite, Wölbung, Ausdehnung. Abgel. von raqa (7734), ausbreiten, breithämmern bezeichnet das Wort eine dünne ausgebreitete Schicht, die sich zwischen den Wassern unten und den Wassern oben befand. In der Himmelsfeste befinden sich die Sterne, sie ist die Umgebung Gottes.
[i] Das hebr. Wort ist von einem Verbum "feststampfen, breithämmern" abgeleitet und meint eine gehämmerte Platte oder Schale, eine nach allen Seiten ausgeweitete Fläche o. Wölbung.