1. Als nun Jesus die Schaaren sah, stieg er auf den Berg, und als er sich niedergesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm.
2. Und er that seinen Mund auf, lehrte sie, und sprach:
3. Selig sind die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich. [4]
4. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
5. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
6. Selig sind, die Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8. Selig sind, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott anschauen.
9. Selig sind die Friedsamen: denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10. Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich.
11. Selig seyd ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen, und alles Böse mit Unwahrheit wider euch reden um meinetwillen.
12. Freuet euch, und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel! Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen.
13. Ihr seyd das Salz der Erde; wenn nun das Salz seine Kraft verliert, womit soll man denn salzen? Es taugt zu nichts weiter, als daß es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten werde. [17]
14. Ihr seyd das Licht der Welt. [18] Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen seyn.
15. Auch zündet man kein Licht an, und stellt, es unter den Scheffel, [20] sondern auf den Leuchter, damit es Allen leuchte, die im Hause sind.
16. So leuchte euer Licht von den Menschen, auf daß sie eure guten Werke sehen, und euern Vater preisen, der im Himmel ist.
[...]
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[4] Selig sind (hier und dort) diejenigen, deren Herz nicht an den Gütern dieser Welt hängt, die den Mängel derselben geduldig ertragen, und beim Besitze jener Güter so nach dem Himmelichen trachten, als ob sie dieselben nicht besäßen; diese tragen den Himmel christlicher Gesinnung in sich, und erhalten den Himmel jenseits. Das Gegentheil von diesen, die nicht so Gesinnten, das sind jene Reichen, worüber der Herr Weh spricht Luc. 6, 24. Das irdische Gut umfaßt Alles, was wir irdisch sind, haben und können. Darum verstehen mehrere heil. Väter unter den Armen im Geiste die Demüthigen. Die Welt sagt: O wie glücklich sind die Reichen, die Geld und allerlei Gut haben!
[17] Ihr habt gleich dem Salze die Bestimmung, die Menschen auf Erden vor der Fäulniß (der sittlichen Verderbniß, dem innerlichen Zerfallen) zu bewahren, und Gott schmackhaft, wohlgefällig zu machen; laßt euch nicht durch Verfolgung daran hindern. Wenn ihr aber keine Kraft dazu habet, oder selbst ungesalzen, irdischer Gesinnung werdet, wie soll man euch dazu brauchen? Man wirft euch als etwas Unnützes weg.
[18] bestimmt, die Welt durch eure Lehre zu erleuchten, zu unterrichten.
[20] denn da erlischt es! Also fürchtet euch nicht; denn die Furcht erstickt euer Licht.